23. April 2017

Verkaufe meine Fujifilm X30





Weil ich die vor gut einem Jahr gekaufte Kamera Fujifilm X30 nicht mehr benötige, biete ich sie zum Verkauf an. Diese Premium Kamera weist eine hochwertige Verarbeitung und ein ebensolches Zoom-Objektiv mit einem Kleinbildäquivalent von 28–112 mm auf. Die lichtstarke Linse (f2.0–2.8) bildet auf dem 12 MP-Sensor äusserst scharfe Bilder ab. Der elektronische Sucher ist eine Sensation, ebenso das kippbare Display. Diese Kompaktkamera bietet zudem sämtliche Möglichkeiten, die eine Spiegelreflexkamera auch bietet, bloss, dass die X30 viel handlicher ist. Selbstverständlich lässt sich auch im Vollautomatikmodus damit fotografieren. Die Kamera ist wenig gebraucht, fast wie neu und wird mit sämtlichem Zubehör (inkl. 2. Akku) in der Originalverpackung geliefert. Preis CHF 340.–

Die Details auf der Fujifilm-Webite: https://www.fujifilm.eu/de/produkte/digitalkameras/premium-kompaktkameras/model/x30

Interessentinnen und Interessenten melden sich bitte unter: http://www.wanderwerk.ch/kontakt/kontakt.htm




17. April 2017

Neulich in 1489


Murist (FR). Hey Christen, der Heiland ist schon lange wiederauferstanden und ihr schiesst immer noch?

Ostermärchen

Schwermütig sitzt auf seinem Ei
Der deutsche Osterhase.
Er fühlt, der Winter ist vorbei,
Und schnuppert mit der Nase.
Er lässt vom lauen Morgenwind
Die langen Löffel schwenken,
Gedankenvoll, wie Deutsche sind,
Wenn sie an gar nichts denken.

Sobald die rechte Stunde schlägt,
Erscheint das Frühlingswunder,
Dem Hasen, der da Eier legt,
Ist’s nur ein Kinderplunder.
Er lümmelt drauf und sitzt und schwitzt,
Bis aus zerknickter Schale
Ein nackig Ungeheuer sitzt
Und piept und quiekt: «Bezahle!»

Erst glotzt er’s an, als wär’s ein Traum,
Dann schlägt er schnell im Grase
Dreimal den schönsten Purzelbaum:
«Mein Name, Herr, ist Hase!
Ich weiss von nichts. Ich habe zwar
Sie eben ausgebrütet;
Doch hat bis heut mir der Notar
Die Kosten nicht vergütet.»

«Drum, wenn ich höflich bitten darf,
Kein Wort von Alimenten!
Ein Hase, der da Junge warf,
Zählt nicht zu den Studenten.
Er kann zwar, wenn es gut ihm deucht,
Die Eier schwarz bemalen;
Doch sollen, was heraus da kreucht,
Die anderen bezahlen.»

Edgar Steiger, 1912

16. April 2017

Ostereier

Das Osterei ist ein Symbol:
Das Volk kann niemals sterben;
Doch kluge Köche können wohl
Die Schale anders färben.

Längst mischen sie ihr rouge et noir,
Doch weiss ein jeder Bayer:
Die harten Eier heissen «Oar»,
Die weichen nennt man Eier.

Wer dich in den April geschickt,
Verhau den Kerl nur feste!
Doch wisse: wer mit weichen spickt,
Bekleckert sich die Weste.

Beim Eierlegen gibt’s Geschrei,
Gegacker und Gebimmel.
Ein schwarzes Ei – ein faules Ei!
Es platzt und stinkt zum Himmel.

Drum, wenn du Eierkuchen bäckst,
Prüf’ erst das Ei im Glase!
Bevor du mit der Zunge schmeckst,
So rieche mit der Nase!

Und ist’s der Henne einerlei,
Ob Körner auf der Tenne,
Ob Häcksel, ei, so sei das Ei
Mal klüger als die Henne!

Edgar Steiger, 1911

23. März 2017

Verschenkt!















KORG X3 Sehr gut erhaltenes Keyboard.











ROLAND GW-7 Sehr gut im Schuss gehaltenes Keyboard.

Die Instrumente müssen in Burgistein abgeholt werden.

21. März 2017

Staub im Paradies

Ernst Solèr: Staub im Paradies; Grafit,
Dortmund, 2009
Fred Staub, neu ernannter Kommandant der Zürcher Kantonspolizei, wollte in Sri Lanka eigentlich nur seine Tochter Anna besuchen, die dort in einem Forschungsprojekt arbeitet. Als jedoch einer der Schweizer Wissenschaftler vor Staubs Augen aus dem Hinterhalt erschossen wird, beginnt er gemeinsam mit dem sri-lankischen Polizisten Verasinghe, die Hintergründe der Tat zu ermitteln. Zeitgleich bitten Staubs ehemalige Zürcher Kollegen um Mithilfe: Staub soll sich im familiären Umfeld eines in Zürich ermordeten Tamilen umsehen, der in Sri Lanka beheimatet war. Bei seinen Nachforschungen trifft Staub auf einen einflussreichen Militär, einen schwerreichen Deutschen und einen hochrangigen Koordinator der Schweizer Tsunamihilfe. Die drei sind alles andere als begeistert über Staubs Bemühungen, Licht ins Dunkel zu bringen … (Klappentext)

ZH: Zürich, Thalwil, Hütten, Hüttnerseeli SRI: Sri Lanka

20. März 2017

Verkaufe digitale Spiegelreflexkamera von Canon

Weil ich mich auf die Fotografie mit Systemkameras fokussieren möchte, verkaufe ich meine APS-C Spiegelreflexkamera EOS 100D von Canon. Sie gilt nach wie vor als die kleinste und leichteste Spiegelreflex auf dem Markt, ist einfach zu bedienen und eignet sich daher gut für Einsteiger, Umsteiger und ambitionierte Fotografen, die auf Grösse und Gewicht achten möchten. Die Bilder werden mit 18 Megapixeln aufgelöst. Betreffend Funktionalität steht diese Kamera einer «grossen» Spiegelreflex in nichts nach. Besonders beeindruckend sind der helle Sucher sowie der hoch auflösende und als Touch-Screen konzipierte Monitor. Die Menüführung ist, wie bei Canon üblich, überschaubar logisch. Das leichte Standard-Zoom-Objektiv verfügt über einen optischen Bildstabilisator und einen Brennweitenbereich von 28–85 mm (analog Kleinbildformat) bei f 3.5–5.6. Wem das zu wenig ist, dem bietet sich die Möglichkeit, das grandiose Zoom-Objektiv EF-S 15–85 mm (Kleinbild: 24–135 mm), f 3.5–5.6 von Canon hinzuzukaufen.

Kamera 100 D  (inkl. Objektiv, 2. Akku und Gegenlichtblende, ohne Speicherkarte): CHF 300.–, aktueller Neupreis ohne 2. Akku und ohne Gegenlichtblende: CHF 429.–

Objektiv EF-S 15–85 mm: CHF 430.– (inkl. Gegenlichtblende)
aktueller Neupreis ohne Gegenlichtblende: CHF 634.–

Die Ware ist in einwandfreiem Zustand, ist praktisch wie neu und in Originalverpackung. Bei Versand gehen die Portokosten zulasten des Käufers bzw. der Käuferin.

Bei Interesse, bitte E-Mail an info@wanderwerk.ch

17. März 2017

Staub im Wasser

Ernst Solèr: Staub im Wasser, Grafit,
Dortmund, 2007
Fred Staub, Hauptmann der Zürcher Kantonspolizei, bekommt es mit einer ungewöhnlich brutalen Mordserie zu tun: Binnen kürzester Zeit werden die Leichen von drei Schweizer Treuhändern gefunden – allen fehlt der Kopf. Auffällig an den Tatorten sind rätselhafte orangefarbene Graffiti, deren Bedeutung sich den Ermittlern aber nicht erschliesst. Dafür finden sie bald heraus, dass die Toten durch äusserst dubiose Geschäftspraktiken miteinander verbunden waren und einen Grossteil ihrer gemeinsamen Klienten um viel Geld gebracht hatten. Im Umfeld der drei Ermordeten gibt es einen weiteren Finanzakrobaten – und der trägt seinen Kopf noch fest auf den Schultern. Staub wird klar, dass er den Mann nur retten kann, wenn es ihm gelingt, die Graffiti-Botschaften zu entschlüsseln. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. (Klappentext)

TI: Lavertezzo ZG: Zug, Cham, Unteräger ZH: Zürich, Leimbach, Kilchberg, Küsnachter Tobel, Andelfingen, Alten, Meilen, Winterthur, Sihl, Thur

14. März 2017

Alles zu Fuss

Freddy Langer: Alles zu Fuss, Ellert &
Richter, Hamburg, 2009
Keine Metapher bildet unser Leben überzeugender ab als das Gehen. Ob es nun auf- und abgeht oder immer weiter. Wie geht's, fragen wir sogar, wenn wir uns bei jemandem nach seinem Befinden erkundigen. In keiner anderen Tätigkeit ist man auch mehr bei sich selbst. «Geht weiter», sollen Buddhas letzte Worte an seine Schüler gewesen sein. Freddy Langer, leitender Redakteur des Reiseteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hat ihn beim Wort genommen. Überall auf der Welt ist er losgezogen, zu Fuss, hier für einige Tage, dort für einige Wochen. Berge hinauf, über schier endIose Ebenen hinweg oder einfach von einem Ende einer Stadt zum anderen. Weil sein Blick dabei keineswegs nur nach innen gerichtet war, hat er stets viel zu erzählen. Mal sind seine Geschichten amüsant, wenn er sich mit dem falschen Wanderführer in Portugal hoffnungslos verirrt, mal dramatisch, wenn die Expedition zum Nordpol in einen arktischen Sturm gerät. (Klappentext)

13. März 2017

Cézanne in Zürich

Gerlinde Michel: Cézanne in Zürich, orte,
Oberegg, 2008 
Eine Serie von Kunstdiebstählen verunsichert die Region Zürich; Kommissar Markus Felchlin und sein Team von der Zürcher Kriminalpolizei ermitteln seit Wochen ohne jeden Erfolg. Endlich kommt ein Hinweis aus dem kriminellen Untergrund, dass auch ein gestohlener Cézanne in Umlauf sei – doch damit wächst bloss die Verwirrung. Stimmt dieses Gerücht? Jagen die Ermittler einer einzigen Diebesbande hinterher, oder sind es mehrere? Und was geschieht mit den gestohlenen Kunstwerken? Felchlin wagt es, die Cézanne-Geschichte ernst zu nehmen. Er inszeniert eine verdeckte Ermittlung und übernimmt darin selber die riskante Hauptrolle. Bis fast zum Schluss bleibt er ahnungslos, wer sein Gegenspieler wirklich ist.

Wieder wagt sich Gerlinde Michel mit ihrem neuen Krimi an ein ungewöhnliches Thema von beklemmender Aktualität. Und auch diesmal gelingt ihr eine farbige, temporeiche Geschichte, welche mit subtiler Spannung fesselt und einen nicht loslässt, bis man das Buch ganz zu Ende gelesen hat!

BE: Bern TI: Lugano ZH: Zürich, Zollikon, Zollikerberg, Wettswil, Knonau, Knonauer Amt D: Hertingen, Bellingen GB: Oxford

9. März 2017

Wanderer durch die Zeit

Colin Fletcher: Wanderer durch die Zeit,
Diana, Zürich/München, 2001.
Dieser unprätentiöse Abenteuerbericht in der Tradition von Henry D. Thoreau ist in den Vereinigten Staaten ein Longseller, ein zeitloser Klassiker, der zum Urahn aller heutigen Naturerlebnisbücher wurde. Colin Fletcher berichtet davon, wie er als erster Mensch den Grand Canyon, das enorme Flusstal des tief eingegrabenen Colorado River, in zwei Monaten der Länge nach durchwandert. Sein oft anstrengender und psychisch herausfordernder Weg löst in ihm eine grosse Wandlung aus: Der schwergewichtige Mensch, der in den Canyon einsteigt, präsentiert sich am Ende als durchtrainiert und leistungsfähig. Am Anfang steht ein durchaus schmerzhafter Prozess der Loslösung von allem Gewohnten, eine mühsame Anpassung an das einfache Leben – seine Hauptnahrungsmittel sind Kartoffeln und Pemmikan –, am Schluss der Reise aber hat der Wanderer Angst vor der Wiederbegegnung mit der Zivilisation. Auf suggestive Weise erzählt Colin Fletcher von seinen Abenteuern, von Begegnungen mit Wildpferden und Klapperschlangen, von der Auseinandersetzung mit der «toten Natur» – Fels, Sand und Wasser – und von der unendlichen Stille, in der lediglich der Gaskocher überlaut zischt. Lesenswert ist dieses Buch nicht nur als Kultbuch vieler Besucher des Grand Canyon, sondern auch, weil es vor der Zerstörung eines der grössten Naturdenkmäler unserer Erde warnt. (Inhaltsangabe zum Buch)

Colin Fletcher gilt mit seinen zahlreichen Buchveröffentlichungen in den USA als «Hohepriester» der Extremwanderer und Abenteurer. Er wurde 1922 in Wales geboren, wuchs in England auf und tat im Zweiten Weltkrieg Dienst bei den Royal Marines. Danach war er Farmer in Kenia, Strassenbauarbeiter im damaligen Rhodesien und später Goldsucher in Kanada. 1958 wanderte er einen Sommer lang 1000 Meilen von Mexiko bis Oregon durch die Wüsten und über die Berge Kaliforniens. Er lebte zuletzt in Kalifornien, wo er 2007 verstarb. Auf dem Weg zu Fuss an eine Veranstaltung in seiner Heimatstadt wurde Fletcher von einem Auto angefahren und tödlich verletzt.

5. März 2017

Wanderliteratur und mehr

Über meine Wandererlebnisse berichte ich in Buchform. Besuchen Sie die Website meines Verlages, der Edition Wanderwerk. Sie finden dort auch eine Auswahl historischer Reiseberichte und in Vergessenheit geratener Literatur.

2. März 2017

Die Tragik der Steinhauer vom Hauenstein

Abraham E. Fröhlich: Die Verschüttung
im Hauenstein,
Edition Wanderwerk,
2017
Soeben ist aus meiner Druckerei das neuste Werk der Edition Wanderwerk erschienen: Abraham Emanuel Fröhlichs Erzählung Die Verschüttung im Hauenstein. Am 28. Mai 1857 ereignete sich beim Bau des Hauenstein-Scheiteltunnels ein tragisches Unglück, bei dem insgesamt 63 Tunnelarbeiter ihr Leben verloren. Abraham Emanuel Fröhlich nahm diese Tragödie zum Anlass, die Liebesgeschichte von Andreas und Margarita, einem Bauernknecht und einer Magd aus dem Schwarzwald, in eine ergreifende Erzählung zu packen. Währenddem Andreas die schlecht bezahlte Stelle als Knecht aufgibt und sich als Tunnelarbeiter am Hauenstein anstellen lässt, bleibt Margarita in Deutschland zurück. Beide hoffen sie, nach dem Tunnelbau eine gemeinsame Existenz aufbauen zu können. Doch das Schicksal macht diesem Plan einen Strich durch die Rechnung.

Die Erzählung wird ergänzt mit einer zeitgenössischen Berichterstattung über das Unglück, einem geschichtlichen Abriss über die Entstehung und den Betrieb der beiden Hauenstein-Bahnlinien sowie einem Vorschlag, den Unteren Hauenstein von Olten bis Sommerau zu Fuss zu erkunden.

Es ist dies nach Der Brand in Glarus die zweite Erzählung von A.E. Fröhlich, die in meinem Verlag erscheint.

1. März 2017

Die heulenden Kicker von Courgevaux

Schönes Logo des freiburgischen Fussballclubs Courgevaux. Ich sah es anlässlich meiner Wanderung von Murten nach Matran, über die ich im Beitrag von gestern berichtete. Was aber hat ein Wolf mit Fussball zu tun? Grundsätzlich nicht viel, sind es doch weniger die Tschütteler als deren Supporter, die mit ihren Gesängen manchmal an ein irr gewordenes Rudel Wölfe erinnern. Dennoch hat der Wolf im Club-Logo von Courgevaux seine volle Berechtigung. Der Ort in der Nähe Murtens heisst nämlich auf Deutsch Gurwolf. Verständlich daher, dass selbst das Gemeindewappen einen heulenden Wolf zeigt. Wikipedia erklärt uns, wie es zur Namensbildung kam und was Gurwolf bedeutet:

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1055 unter dem Namen Corgivul. Später erschienen die Bezeichnungen Curgivol (1080), Curgevolt (1142), Corgivolt (1173), Corgevoulx (1558), Gurwolf und Curwolf (1578), Cur Wolff (1668). Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde auch die Schreibweise Courgevaud verwendet. Der Ortsname ist eine Zusammensetzung von corte «Hof» mit dem althochdeutschen Personennamen Gibuld oder Gebawalt (der in der älteren Ortsnamenforschung vorgeschlagene Personenname Giwulf ist aus lautlichen Gründen nicht möglich) und bedeutet damit Hof des Gibuld oder Hof des Gebawalt. Die corte-Namen sind typisch für die im 6. nachchristlichen Jahrhundert entstandenen Siedlungen. Das deutsche -wolf ist eine volksetymologische Anlehnung an den Tiernamen Wolf, der auch im Wappen der Gemeinde erscheint.

Soll noch einer sagen, Fussball bilde nicht!

28. Februar 2017

Auf den Spuren meiner selbst mit viel Neuland

Die 7. Etappe entlang der Koordinate 574 führte mich neulich von Murten nach Matran. Auf den ersten gut zwei Kilometern ging ich jene Strecke, auf der ich im Juni 2015 mit Sabine Dahinden vom Fernsehen SRF und einem Kamerateam unterwegs war. Wir drehten dabei einen Nachmittag lang zum Thema Fussgänger Moor und die A1.

An der Autobahn angelangt, verabschiedete ich mich von der Vergangenheit und beschritt jungfräuliches Wandergelände. Es ging quer durch die freiburgische Pampa, einzig unterbrochen von der bernischen Exklave Clavaleyres. Daselbst wehte mir der Duft von frisch geröstetem Kaffee aus der Nespresso-Fabrik in Avenches entgegen und vermengte sich mit dem penetranten Gestank von Jauche und «gezettetem» Mist. Es folgten Gemeinden mit klangvollen Namen wie Meyriez, Courgevaux, Courlevon, Wallenried (ja, ich ging mitten durch den Röstigraben), Misery-Courtion, La Sonnaz, Belfaux und Corminboeuf. Auch hier, in der einst durch und durch landwirtschaftlich geprägten Gegend, schiessen die Einfamilienhaussiedlungen wie Pilze aus dem Boden. Kein Wunder weist der Kanton Freiburg schweizweit die höchsten Zuwachsraten an Einwohnern auf. An jedem noch betriebenen Bauernhof bekläffte mich mindestens ein Hund. Aus vielen Karrwegen sind in den letzten Jahren betonierte Strässchen geworden, was meine Füsse und auch ein wenig der Rücken unliebsam zu spüren bekamen. Dafür sind freistehende Bäume oder Hecken zunehmend Mangelware. Es ist fürwahr bedenklich, wie sich das schweizerische Mittelland unvermindert weiter zubaut. 

Immerhin war mir in der sanft gewellten Topografie eine ungehinderte Sicht zum Jura hin und in die Berner und Freiburger Voralpen gegönnt. Die Fortsetzung meines Unternehmens zeigte sich kurz vor Matran als breites Tal zwischen La Berra und Moléson. Ich freue mich, in dieses Greyerzerland einzutauchen, dem Lac de Gruyère zu folgen und nach Überquerung einiger steiler Bergflanken im waadtländischen Pays d'en Haut mit dem Col des Mosses die Fortsetzung zu finden. 

Murten–Matran entlang der Koordinate 574 (Bildmitte). Grün die Begrenzung des Wanderkoridors.



27. Februar 2017

Wandern im Geiste eines Phantasten

Manfred Hummel: Wege zum Märchenkönig,
Verlag Berg & Tal, München, 2011
Was hatten die Bayern, was wir Schweizer nie hatten? – Könige! Und wenn einer aus der royalen Dynastie der Wittelsbacher hervor sticht, dann König Ludwig II. Man nennt ihn auch den Märchenkönig, weil er unter anderem das legendäre Schloss Neuschwanstein bauen liess. Ludwig liebte die Einsamkeit und war ein grosser Naturfreund. Bereits als Kind lernte er das Gebirge kennen und lieben. Von seinem Vater Maximilian II. übernahm er junge König mehr als 19 Jagd- und Berghütten. Sie wurden für ihn zum Zufluchtsort. Auch seine berühmten Schlösser standen in engem Bezug zu den geliebten bayerischen Bergen. Der im Münchner Verlag Berg & Tal erschienene Wanderführer «Wege zum Märchenkönig» folgt den Wegen, die der Monarch einst beschritt. Dazu zitiert das Buch Bemerkungen des Königs und Berichte von Zeitgenossen. 35 genau beschriebene Touren geben Auskunft über Einkehrtipps, An- und Rückreise, Varianten, Öffnungszeiten etc.

Als einer, dem Bayernlande bislang fern Gebliebener, frage ich mich, was die dortige Tourismusindustrie ohne den mitunter wahnwitzigen König machen würde. Alleine die Besucherzahlen von Schloss Neuschwanstein imponieren: Insgesamt 1,3 Millionen Touristen wollen das Schloss jedes Jahr sehen. Im August erreicht die Besucherspitze 7500 Personen an einem einzigen Tag! Und im Januar kommen bei schlechtem Wetter immerhin noch 500 Schaulustige. Als Aussenstehender lässt sich nur erahnen, was dies für die Schlossbetreiber bedeutet. Allein schon die Toilettenreinigung ...

PS. Selbstverständlich hatten und haben auch wir Schweizer Könige: Dorfkönige, Schwingerkönige, Schützenkönige, Lottokönige, Jasskönige, etc. Nur, mögen die dem Wittelsbacher das Wasser reichen?

26. Februar 2017

Neulich in 6343

Rotkreuz (ZG), wo im reichsten Kanton der Schweiz selbst die Fische (hier speziell reserviert für den Barsch) über eigene Parkplätze verfügen.

25. Februar 2017

Horriwil, Hüniken, Deitingen und ein Findling

Kompliziert-verwinkelte Route gestern von Utzenstorf (BE) nach Deitingen (SO). Ich widmete mich nach der nächtlichen Windorgie drei bislang noch unbegangenen Gemeinden im Kanton Solothurn. Der Temperatursturz von 15 Grad innert weniger als 12 Stunden machte mir zu schaffen, zumal zeitweise ein unangenehmer West blies. Horriwil, Hüniken und Deitingen fügten sich also in meine Liste der begangenen Gemeinden ein. Von den insgesamt 2395 Kommunen (Stand 31.12.2012) warten noch 442 auf meinen pedestrischen Besuch.

Mein Gang durch das sogenannte Wasseramt war arm an Höhepunkten. Das flache Land ist geprägt von ehemaligen Bauerndörfern, die heute zu Agglomerationsgemeinden Solothurns verkommen sind. Mitten hindurch führt die Autobahn A1. Dementsprechend geräuschvoll geht es dies- und jenseits der stark frequentierten Haupttransversale zu und her. In jedem Dorf stehen, wie für das gesamte Mittelland mittlerweile typisch, Einfamilienhaussiedlungen zuhauf. Schlafgemeinde reiht sich an Schlafgemeinde, es ist ein Jammer.

Es brauchte indes ein Mitbringsel des Rhonegletschers, der meine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken vermochte. Im Wald östlich von Subingen, einer Stelle mit dem schönen Namen «Erdberi Ischlag» liegt in einer Mulde die Steinflue. Der markante Findling besteht aus Hornblendegneis und musste ausgegraben werden, damit die ungefähre Grösse des Steins überhaupt sichtbar wurde. Ich gehe davon aus, dass der «Chemp» aus einem Seitental des Rhonetals stammt.


Der Standort der Steinflue, wo sie der Rhonegletscher vor rund 20.000 Jahren deponiert hat

24. Februar 2017

Liebesarchiv

Urs Faes: Liebesarchiv, Suhrkamp,
Frankfurt, 2007
«In Urs Faes’ Prosa glüht die Liebe dunkel und melancholisch wie bei einem García Márquez. Ein Roman voller Schönheit und Trauer.» So urteilte Der Spiegel über die Geschichte eines Mannes, der sich auf Spurensuche begibt und dabei nicht nur seinen Vater neu für sich entdeckt – sondern auch dessen grosse Liebe.

Ein Foto und eine Telefonnummer sind alles, was Thomas von der alten Dame erhält, die ihm in einer Kleinstadt am Rhein begegnet. Zunächst voller Unwillen, dann mit wachsender Faszination beginnt er dem Vergangenen nachzugehen, dem Sommer des Jahres 1954, in dem der Vater für mehrere Monate verschwunden war. (Klappentext)

AG: Suhretal SO: Mariastein, Rotburg

23. Februar 2017

Bääääh auf der Kantonsgrenze

Die fünfte Etappe auf meinem Weg rund um den Kanton Zug führte mich von Mühlau (AG) nach Meierskappel (LU). Gut drei Stunden ging ich der Reuss entlang, ehe ich von der doch ziemlich monotonen Strecke – die Kantonsgrenze verläuft in der Flussmitte – zum Rooterberg abschwenkte, wo sich der Grenzverlauf ziemlich kompliziert durch die meist bewaldete Hügellandschaft zieht. Nach der ersten Waldpartie erreichte ich offenes Gelände. Auf der weitläufigen Weide stiess ich auf eine stattliche Schafherde. Ein Tier hatte sich ganz offensichtlich von seinen Genossinnen abgesondert und lag ziemlich leblos am Boden. Erst als ich auf wenige Meter an das Schaf herangekommen war, sah ich den Grund: Vor wenigen Minuten hatte die Schafdame Nachwuchs zur Welt gebracht. Dieser lag ebenso leblos, aber gut sichtbar atmend, zwei Meter neben seiner Mutter. Unweit davon, in blutigem Rot, die Nachgeburt. Dass sich die Geburt mitten auf der Kantonsgrenze Luzern–Zug ereignet hatte, fand ich bemerkenswert und war eindeutig mein Glanzlicht des Tages.

Sie hob nur kurz den Kopf für den Fotografen, ...

... derweil die Herde über dem Industriemoloch Rotkreuz (ZG) friedlich am Grasen war. Oben rechts der Zugersee.