9. November 2015

2222 oder ein Appenzeller auf dem Hohgant

Wasser, Alkohol, Zuckerarten, französischer Weinbrand, Süssweine, Auszüge und Destillate von 42 Kräutern und Gewürzen, Caramel. Hätten Sie's gewusst? Aus diesen Ingredienzen besteht ein Appenzeller. Nüchtern betrachtet. Alles andere ist Geschmacksache. Ich liebe dieses Getränk, denn schon als Kind durfte ich jeweils ein Schlückchen verkosten, wenn die Gelegenheit sich bot. Brisant: Das klebrig-süsse Gebräu weist immerhin einen Alkoholgehalt von 29 Volumenprozenten auf!

So, nun ist also das Geheimnis meiner in einem der letzten Blogeinträge erwähnten Wanderbegleitung  gelüftet. Und damit nun keine falschen Vermutungen aufkeimen, muss ich festhalten, dass ich auf Wanderungen in der Regel auf den Konsum von Alkohol verzichte. Im vorliegenden Falle gestand ich mir indes eine Ausnahme zu, denn es gab etwas zu feiern.

Titelten Tages-Anzeiger und Der Bund am 16.09.2010 «René P. Moors 1747. Wanderung», so steht der Zähler mittlerweile auf 2222! Zu diesem Zwecke hatte ich mir einen Siebenstünder in einer meiner Lieblingsgegenden des Berner Oberlandes ausgedacht. Von der Bus-Endstation Innereriz Säge stieg ich via Rotmoos die Chrinde zum Westgipfel des Hohgant hoch (2062,7 m – mein Gipfel des Jahres, wenn ich 100 werde!). Hier also genehmigte ich mir im Sinne eines Mittagsapéro einen Schluck Appenzeller mitsamt zwei Feigen und – der kulinarischen Ausgewogenheit gerecht werdend – ein Stück Diemtigtaler Käse von der Alp Obergestelen.

Aperitiv auf dem Gipfel des Hohgant West. Im Hintergrund, als kleiner geografischer Bezug zum Appenzellerland, das Trogenhorn. Trogen ist nebst Herisau der zweite Verwaltungssitz der Ausserrhoder Kantonsregierung.


Historischer Moment: Mein Eintrag im übrigens wunderschönen Gipfelbuch auf dem Hohgant West.


Hernach stieg ich weglos und vorerst sehr steil zum Innerbergli ab, von wo ich via Haglätsch–Alp Spycher–Winterröscht zur Lombachalp zog. Zum Nachtisch gab's umwerfendes Herbstlicht bis hinunter nach Habkern. Alles in allem eine Route, die ich hiermit wärmstens empfehle, nicht zuletzt der traumhaft schönen Aussicht wegen, die man, einmal auf dem Hohgant-Grat angelangt, permanent vor Augen hat. Die Strecke misst 19,3 km bei 1350 m Auf- und 1320 m Abstieg. Einzelne Passagen in der Chrinde sind T3, verlangen Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und den Einsatz der Hände. Die reine Wanderzeit beträgt 7 Stunden und 20 Minuten.

Innereriz–Habkern: Traumhafte Tour mit allem, was das Bergwandererherz begehrt.

Kommentare:

  1. Mir gefällt das schnucklige Appenzeller-Glas: Wo hast Du das wieder her? - Die Tour könnte mir auch sehr gut gefallen, werde ich ausprobieren. Mit Appenzeller, ganz bestimmt! Cheerio! Kuna

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  2. Gibts bei Denner im Anfixerpack. 10cl-Fläschchen mit zwei Gläsern.

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