23. November 2017

Neumattstrasse


23. November

1988  Neuenegg – Schwarzenburg • 18,2 km
2008  Bowil – Tanzboden – Oberdiessbach • 13,1 km • Projekt Schritt für Schritt
2013  Lenk – Fermeltal – St. Stephan • 13,5 km • Fotos

2008: Erster Schnee. Bei Hinderrütene in der Nähe von Bowil (BE)

22. November 2017

22. November

1987  Kreuzlingen – Herdern • 27,4 km
2014  Goldingen – Höchhand – Chrüzegg – Tweralpspitz – Goldingen • 20,4 km • Projekt Rund um Zürich

2014: Blick über den Obersee in die Schwyzer Voralpen


21. November 2017

21. November

1991  Le Noirmont – La Ferrière • 12,9 km
2009  Mund – Bättchrizji – Eggerberg • 13,2 km

2009: Das Bättchrizji (VS) auf 2171 m, ein besonderer Ort – egal, ob katholisch, reformiert,
generell religiös, esoterisch, geomantisch oder nichts von all dem.

20. November 2017

20. November

1985  Entlebuch – Napf – Fankhaus • 27,3 km
2000  Waldegg – Alpiglen – Oberberg – Flösch – Beatenberg •13,4 km
2010  Frauenfeld – Kartause Ittingen – Eschenz • 18,1 km • Projekt Hin und weg
2016  Vernayaz – Evionnaz – St-Maurice • 11,8 km

2010: Kartause Ittingen (TG)

19. November 2017

19. November

1989  Gänsbrunnen – Hinterer Weissenstein – Gänsbrunnen • 7,7 km
2005  Passwangstrasse – Hohe Winde – Montsevelier • 13,6 km
2006  Burgistein – Riggisberg • 5,1 km
2011  Rumeling – Bachalp – Steg • 18,2 km • Projekt Ostwärts

2011: Stilleben bei der Kapelle «Zu den spitzen Steinen» oberhalb von Gampel (VS).

18. November 2017

18. November

1987  Airolo – Faido • 18,0 km
1988  Riedbach – Neuenegg • 8,4 km
1991  Les Reussilles – La Combe • 8,9 km
2017  Guntershausen – Littenheid – Bazenheid • 20,3 km • Fotos

2017: Beute der morgendlichen Treibjagd in der Nähe von Littenheid (TG).

17. November 2017

Jakobsweg

Carmen Rohrbach: Jakobsweg, Frederking
& Thaler, München, 1991, neu aufgelegt
im Piper Verlag, München
Seit 1000 Jahren pilgern die Menschen zum Grab des heiligen Jakob im Norden Spaniens. Eine Frau von heute macht sich auf, den Spuren der Pilger von gestern zu folgen. Mit Rucksack und Pilgerausweis wandert sie auf der spanischen Seite des Weges durch Wiesen und Wälder, erlebt die sternklaren Nächte in einsamer Natur und ist oft der Erschöpfung nahe. Doch sie wird reich belohnt durch die freundlichen, hilfsbereiten Menschen und die immer spürbare lebendige Geschichte und Natur. (Klappentext)

17. November

1987  Les Genevez – Bassecourt • 18,1 km
1988  Langenloh – Münsingen • 7,7 km
1991  Grindelwald – First – Grindelwald • 10,7 km
1996  Linden – Pfidertschegg – Innereriz Säge • 7,2 km
2002  Hünibach – Heiligenschwendi – Goldiwil – Hünibach • 15,2 km
2012  Grosshöchstetten – Ballenbühl – Rubigen • 12,0 km

2012: An der Nebelgrenze im Hürnbergwald oberhalb von Konolfingen (BE)

16. November 2017

Niederhornstrasse


16. November

1997  Reutigen – Oberes Heiti – Erlenbach • 13,8 km
2013   Balsthal – Laupersdörfer Stierenberg – Matzendorf • 17,8 km • Projekt Rucksacktage
2014  Warth – Nussbommersee – Kartause Ittingen – Wart • 18,3 km • Projekt Rund um Zürich
2015  Gümmenen – Aarberg – Täuffelen • 24,2 km

2013: Blick von der Holzfluh auf Balsthal (SO)

14. November 2017

Niesenstrasse


14. November

1986  Bern – Thun • 31,0 km
1993  Cabanne la Rochette – Malleray-Bévilard • 5,6 km
2009  Dürrenäsch – Meisterschwanden – Mosen • 16,4 km
2015  Hemberg – Gössigenhöchei – Nesslau-Neu St. Johann • 14,1 km

2015: Römisch-Katholische Pfarrkirche Hemberg (SG)

13. November 2017

UmZug²

Mehr über dieses spezielle
Wanderlesebuch gibt es hier.
Es ging schnell. Brutal schnell. So schnell, dass die erste Auflage im Nu vergriffen war und ich mich gar nicht mehr getraute, das Erscheinen meines neusten Werks in diesem Blog zu erwähnen. Statt dessen machte ich mich an die zweite Auflage des «UmZug», von dem hier die Rede ist. Und noch währenddem der Erlebnisbericht meiner Wanderung entlang der Zuger Kantonsgrenze zum zweiten Mal gedruckt wurde, gingen weitere Bestellungen ein. In der Zwischenzeit sind die Bücher im Verlag eingetroffen, und die Versandabteilung der Edition Wanderwerk hat alle Hände voll zu tun. Sollte die bislang gute Resonanz andauern, steht einer dritten Auflage in absehbarer Zeit nichts mehr im Wege. Einmal mehr zeigt sich, dass Erfolg nicht planbar ist. Als ich mich vor einem Jahr anschickte, das Projekt «UmZug» aufzugleisen, hätte ich nie und nimmer gedacht, dass sich mehr als bloss eine Handvoll Leser für diesen Bericht interessieren dürfte. Nun, mir soll's recht sein und freue mich, ein paar Früchte meiner pedestrischen, journalistischen und publizistischen Anstrengungen ernten zu können. Und nein, nicht das Geld ist der Grund zur Freude – mit dem Verkauf lassen sich die Druckkosten und etwa zur Hälfte die Spesen decken –, sondern die Anerkennung der Öffentlichkeit.

13. November

1984  Forno – Arossa – Lavertezzo • 6,3 km
1989  Waldenburg – Unterbeinwil • 16,6 km
1993  Tavannes – Cabanne la Rochette • 7,8 km
1994  Le Bémont – Combe Tabeillon • 14,4 km
2010  Schwarzenburg – Heitenried – St. Antoni • 11,2 km
2015  Dietfurt – Wasserfluh – Hemberg • 14,2 km

2010: Wanderlesung mit Zwischenhalt auf der Grasburg (BE). Foto: Ch. Mathys

12. November 2017

12. November

1984  Lavertezzo – Forno • 3,3 km
1987  Herzogenbuchsee – Murgenthal • 17,8 km
1990  Zurzach – Eglisau • 20,9 km
1994  Saignelégier – Le Bémont • 4,3 km
1995  Passwanghaus – Langenbruck • 9,3 km
2005  Wasserwendi – Brünigpass • 6,2 km
2011  Moskau – Dörflingen – Schaffhausen • 18,7 km • Projekt Rucksacktage

2011: Fronberg in der Nähe von Gailingen (D)

11. November 2017

11. November

1984  Interlaken – Augstmatthorn – Oberried • 19,4 km
1995  Waldenburg – Passwanghaus • 8,0 km
2001  Märstetten – Fischingen • 27,2 km • Projekt Jakobsweg Schweiz
2015  Niedermuhlern – Niederbütschel – Riggisberg • 13,7 km
2017  Arnegg – Bischofszell – Amriswil • 21,4 km • Fotos

2001: Am Jakobsweg bei Sirnach (TG)

10. November 2017

Nordweg



À propos logisch: In Thun gibt es, wie Figura zeigt, einen Nordweg. Nach einem Ost- oder Südweg sucht man indes vergeblich. Immerhin existiert da eine Weststrasse, jedoch ohne Strassenschild. Das Tiefbauamt der Stadt Thun müsste einmal über ihre Bücher ...

10. November

1985  Ste-Croix – Aiguilles de Baulmes – Baulmes • 14,9 km
1987  Root – Küssnacht am Rigi • 10,0 km
2001  Kreuzlingen – Märstetten • 14,5 km • Projekt Jakobsweg Schweiz
2012  Einsiedeln – Dritte Altmatt – Oberägeri • 12,7 km • Projekt Rucksacktage
2013  Murgenthal – Aarwangen – Herzogenbuchsee • 18,1 km
2015  Fürgangen – Martisberg – Mörel • 15,0 km

2001: Jakobsweg oberhalb von Kreuzlingen (TG), hier Schwabenweg genannt.

9. November 2017

Nünenenstrasse


Die Nünenenstrasse ist eine der zahlreichen Thuner Strassen, die nach einem der umliegenden Berge benannt ist. In diesem Falle handelt es sich um die Nünenenfluh (2102 m) im Gantrischgebiet. Aus logischer Sicht müsste also die Strasse Nünenenfluhstrasse heissen, bloss, was ist in der Stadt Thun logisch, was?

9. November

1985  St-Ursanne – Le Bémont • 27,6 km
1997  Höfen – Spiez • 11,8 km
2003  Schwanden – Blueme – Heiligenschwendi • 5,9 km

2003: Blueme (BE)

8. November 2017

Nussbühlweg


8. November

1985  Bonfol – St-Ursanne • 20,1 km
1987  Kandersteg – Leukerbad • 19,1 km
1990  Schwaderloch – Zurzach • 19,3 km
2003  Hünibach – Blumenstein – Burgistein • 19,6 km
2005  La Lécherette – Monts Chevreuil – Rossinière • 13,0 km
2014  Oensingen – Wolfisberg – Flumenthal • 15,0 km

2005: Alp Le Souplat bei La Lécherette (VD)

7. November 2017

7. November

1986  Moutier – Raimeux – Delémont • 20,9 km
1987  Schwenden – Otterepass – Achseten • 16,9 km
1991  Zweisimmen – Sparenmoos – Zweisimmen • 8,0 km
1999  Goldau – Zugerberg • 15,3 km
2015  Innereriz – Hohgant West – Habkern • 19,3 km • Blog

2015: Karsterosion auf der Alp Innerbärgli (BE)

6. November 2017

6. November

1987  Brienz – Wannenpass – Sörenberg • 17,5 km
2010  Ferden – Blatten • 5,0 km

2010: Lötschental mit Bietschhorn (VS)

5. November 2017

Da waren die Kelten

Steinreihe beim Gehöft Grüt (ZH).

Da waren die Kelten. Sagt man. Da sind Steine. Menhire und Steinreihen. Das sieht man. Feld und Wald und Herbst. Bunte Blätter. Bunter November. Und Aussicht. Die Alpen. Dunst dazwischen. Perfekter Dunst. Sehnsucht nach den Bergen, nach den Kelten, nach der Urzeit, als Sonne, Mond und Sterne den Lauf bestimmten. Ob Liebe ein Thema war, oder bloss der reine Selbsterhaltungstrieb? Essen, Trinken und sich fortpflanzen? Und sonst nichts?

Dieselbe Steinreihe aus anderer Perspektive beim Gehöft Grüt.


Im Knonaueramt, dem Säuliamt, hausten die Kelten. Steine waren wichtig und nützlich. Nicht der Materie wegen. Steine als Kultgegenstände, Steinreihen als Hilfslinien, fernab von Kompass und Satelitennavigation. Und man mag sich fragen, was angesichts der technischen Entwicklung der vergangenen Jahrtausende in den kommenden Jahrtausenden vonstatten geht. Die Erde wird sich indes weiter erwärmen, so, wie sie dies im Laufe ihrer Geschichte bereits mehrmals getan hat. Und ebenso dürfte sie sich wieder abkühlen, dürften Gletscher anwachsen und vordringen. Vordringen in die Voralpen und ins Mittelland. Und zudecken all die Herrlichkeit, der wir uns hier und jetzt erfreuen. Oder uns darüber ärgern.

Der Lochstein beim Gehöft Grüt (ZH) steht ziemlich sicher nicht an seinem Originalstandort.

Der Wackel- oder Gnippstein auf dem Homberg (ZH).


Werden nach der nächsten grossen Eiszeit dereinst die ersten Jäger und Sammler durch das Säuliamt streifen, werden die Megalithen längst verschwunden sein. Dafür liegt haufenweise kantiges, von Eisenstäben zusammengehaltenes Gestein herum. Da waren die Schweizer, sagt man dann.

Dieser Hinkelstein auf dem Homberg steht womöglich nicht mehr an seinem Originalstandort.

Steinreihe im Hombergwald, südöstlich des Weilers Heferswil (ZH).

5. November

1988  Erlenbach – Turnen – Oberwil • 21,6 km
2011  Lohn-Lüterkofen – Hessigkofen – Messen • 16,1 km

2011: Im Bucheggberg (BE/SO)

4. November 2017

4. November

1987  Tavannes – Cortébert • 12,8 km
2006  Kemmeriboden – Hohgant – Innereriz • 18,7 km
2012  Büren an der Aare – Arch • 8,1 km
2017  Affoltern a.A. – Türlersee – Thalwil • 18,4 km • Blog

2012: Blick in die Aare bei Rüti (BE)

3. November 2017

3. November

1991  Schwarzenburg – Fribourg • 18,7 km
1996  Les Avants – Col de Jaman – Montbovon • 14,6 km
2007  Gsteig – Feutersoey – Saanen • 14,1 km
2012  Oetwil an der Limmat – Lägeren – Niederweningen • 18,6 km • Projekt Aargau rundum

2012: Im Anmarsch auf Niederweningen (ZH)

1. November 2017

Wo einst Georges Simenon wohnte

Sonntagmorgen. Bleierner Himmel über der Stadt Lausanne. In den Savoyer Alpen regnet es. Weisse Schaumkronen krönen die Genferseewellen. Ich mache mich auf, neun neue Gemeinden im Westen und Nordwesten der Waadtländer Metropole zu erobern: Renens, Chavannes-près-Renens, Ecublens, Echandens, Denges, Lonay, Bremblens, Romanel-sur-Morges und Aclens. In Lausannes Strassen liegt haufenweise Abfall. Kleider, Elektrogeräte, Verpackungen, Lebensmittelresten. Es ist ein Graus.

In Chavannes plagt mich der Hunger. Und genau dort, wo ich es am wenigsten erwartet hätte, steht eine Quartierbäckerei und hat sogar geöffnet. Ich kaufe mir einen Käsekuchen mit Speckwürfel, den man mir in der Mikrowelle auf die perfekte Sofort-Ess-Temperatur wärmt.

Industriezonen folgen sich nun im Zehnminutentakt. Kurz vor Echandens unterquere ich Eisenbahn und Autobahn, ehe ich die Venoge überquere. Sanft ansteigend nähere ich mich dem Château d'Echandens, das über einem gelb leuchtenden Rebberg thront. Mit Erstaunen stelle ich fest, dass der Schlosspark öffentlich zugänglich ist. Das Gebäude macht einen erhabenen Eindruck. An Schönwettertagen muss die Aussicht von den oberen Stockwerken phänomenal sein. Das Schloss wurde im 16. und 17. Jahrhundert auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Burg erbaut. Es zeigt eine Stilmischung aus Spätgotik und Renaissance und ist mit zahlreichen Türmchen, einem polygonalen Treppenturm und einem Renaissanceportal ausgestattet. Das Schloss ist seit 1978 Eigentum der Gemeinde. Nebst der Gemeindeverwaltung befindet sich hier der Sitzungsraum des Gemeinderates. Von 1957–63 bewohnte der belgische Schriftsteller Georges Simenon (1903–89), der es mit seinen Maigret-Romanen zu Weltruhm brachte, die Gemächer des historischen Gebäudes.

Das Schloss der Waadtländer Gemeinde Echandens von Osten.

Einmal mehr führt mich das Gemeindebewanderungsprojekt an einen Ort, den ich vermutlich sonst nie besucht hätte. Dass es sich um den Wohnsitz des Lieblingsautors meiner Jugendzeit handelt, verleiht dieser Wanderung eine spezielle Note. Vergessen sind die vermüllten Strassen Lausannes, vergessen die tristen Industriegebiete und Mietskasernen der letzten Stunde. Beschwingten Schrittes entferne ich mich in Richtung Provinz und durchquere kleine Bauern- und Winzerdörfer, ehe ich an der verlottert wirkenden S-Bahn-Station von Vufflens-la-Ville die Bahn zurück nach Lausanne besteige.

Weitere Bilder dieser mitunter skurrilen Wandertat gibt es auf meiner Fotoseite.

Das Château d'Echandens (VD) ist heute Eigentum der Gemeinde Echandens.

30. Oktober 2017

Spätherbst-Gedanken

Stiller wird es auf der Welt,
Herbsthauch sinkt hernieder,
Und verstummt im Laubgezelt
Sind der Vögel Lieder.

An der Welt Vergänglichkeit
Mahnt das Blatt zu Füssen,
Sagt dir, dass wir mit der Zeit
Alle scheiden müssen.




Unser Stundenglas, es rinnt
Tag und Nacht gar leise,
Bald, gar bald vollendet sind
Unser's Daseins Kreise.

Darum lebe deiner Pflicht!
Wer den Ärmsten, Bängsten
Freuden in ihr Dunkel flicht,
Lebt am allerlängsten.

Johannes Brassel

28. Oktober 2017

Wilde Wölfe

Ian McAllister: Wilde Wölfe, Frederking + Thaler, München,
2009
Einst durchstreiften Wölfe weite Teile Europas und Nordamerikas. Heute findet man sie nur noch in entlegenen Landstrichen. Ian McAllister folgt den Spuren der letzten wilden Wölfe des Great Bear Rainforest an der schwer zugänglichen Westküste Kanadas. Über einen Zeitraum von 17 Jahren näherte er sich immer wieder den scheuen Tieren, die sich an das Leben im Innern des Regenwaldes angepasst haben. Beim herbstlichen Lachsfischen, auf ihrer Seehundjagd im Winter und bei der Aufzucht ihrer Jungen im Frühling. Intime Einblicke in das Verhalten eines der faszinierendsten Raubtiere unserer Erde, dessen Lebensraum akut bedroht ist. (Inhaltsangabe zum Buch)

Ein begeisterndes Buch mit einzigartigen, grossformatigen Fotos. Schade ist es vergriffen, schön gibt es wenigstens noch eine Taschenbuchausgabe.

25. Oktober 2017

Prostitutierte mit Halt auf Verlangen

Was wohl Englisch sprechende Touristen über die Schweizer und insbesondere die Walliser denken mögen, wenn in der Matterhorn-Gotthard-Bahn Richtung Andermatt kurz nach der Abfahrt in Brig die Durchsage ertönt: «Bitch – Request Stop». Ich war neulich über diesen phonetischen Gag derart ins Grübeln geraten, dass ich statt den Halteknopf die Notruftaste betätigte. Zum Glück bemerkte ich den Irrtum und drückte doch noch die richtige Taste. Der Zug hielt, und ehe sich die Notfallzentrale zu Wort melden konnte, stieg ich in Bitsch aus.

Ich trabte los, den Geleisen entlang, über den Rotten, hinauf nach Termen und weiter talaufwärts durch wunderbaren Herbstwald und drei wilde Gräben, bis ich mich über den Dächern des Dörfchens Bister und somit der letzten unbegangenen Gemeinde im Oberwallis wiederfand. Auf der gegenüberliegenden Talseite erblickte ich Rieder- und Bettmeralp mit ihren insgesamt vier Schwebebahnen, die als Nabelschnüre den physischen Kontakt zur Aussenwelt herstellen. Über dem unsichtbaren Aletschgletscher erhob sich das vergletscherte Geisshorn mit seinen Vor- und Nebengipfeln.

Kunst in der Wildnis, wie hier am Eingang zum Mattigrabu, empfinde ich als deplatziert, obschon das Kunstwerk alleine gefällt.

Der Waldweg senkte sich sanft zur Terrasse hinab, auf der Bister und Mörel gelegen sind. Selbst hier, im dauerhaft besiedelten Gebiet, zeigte sich kein Mensch. Auf einem Fahrsträsschen schritt ich weiter talaufwärts an einem Kapellchen vorbei und hielt auf Grengiols zu, dessen überproportional wirkende Kirche einem Bollwerk gegen was auch immer gleicht. Grengiols – die Einheimischen nennen es «Grängelsch» – verharrte im Mittagsschlaf, weshalb ich ohne Umschweife der Bahnhaltestelle zustrebte. Die Fahrt hinunter nach Brig erfüllte mich mit der Vorfreude eines Sprachhumoristen, die abrupt in ein Schmunzeln überging, als es wieder hiess: «Bitch – Request Stop».

Die Natur als Künstlerin: Blick von der Tunetschalp nach Brig, Glis und Naters. Oben links das Glishorn.

Weitere Eindrücke dieser einsamen Wandergegend gibt es hier zu bestaunen.

20. Oktober 2017

Obere Hauptgasse


Typisch Thuner Altstadt: Weder das Berntor noch das hier erwähnte Lauitor existieren noch. Henusode, Hauptsache, der Fulehung findet jedes Jahr im gewohnten Rahmen statt.

19. Oktober 2017

Obere Wart



Aus der Warte des Ortsunkundigen, eine dankbare Sache, dieses Verweisen auf Hausnummern.

16. Oktober 2017

Was ist bloss mit der Kripo los?

Ingrid Noll: Der Hahn ist tot,
Diogenes, Zürich, 1991
Sie hält sich für eine Benachteiligte, die ungerecht behandelt wird und zu kurz kommt. Mit zweiundfünfzig Jahren trifft sie die Liebe wie ein Hexenschuss. Diese Chance muss wahrgenommen werden, Hindernisse müssen beiseite geräumt werden. Sie entwickelt eine bittere Tatkraft: Rosemarie Hirte, Versicherungsangestellte, geht buchstäblich über Leichen, um den Mann ihrer Träume zu erbeuten. (Klappentext)

Mein erster Kriminalroman von Ingrid Noll, der zugleich ihr erster Kriminalroman war. Und ich bin von der Lektüre sehr angetan, denn 1. ist die Geschichte klug und witzig konstruiert und ebenso geschrieben, 2. wird sie aus der Sicht der Mörderin erzählt, 3. wird keines der Tötungsdelikte aufgeklärt und 4. wird sogar gewandert!

D: Mannheim, Ladenburg, Bickelbach, Weinheim, Schriesheim F: Wissembourg, Ruine Burg Fleckenstein, Elsass

15. Oktober 2017

Viele Hügel, viele Kühe

In St. Gallen grassiert derzeit die OLMA, heuer zum 75. Mal. Gratulation! Die Messemacher nennen ihren Grossanlass auch die «5. St. Galler Jahreszeit». Aha. Was aber heisst OLMA eigentlich? Hinter dem bayerisch klingenden Wortgebilde verbirgt sich die Abkürzung für Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung. Aha, klingt fürwahr nicht gerade logisch. Die Erklärung dazu habe ich auf die Schnelle in Wikipedia und nicht etwa unter www.olma.ch gefunden. Bis 1945 hiess die Ausstellung nämlich Ostschweizerische Land- und Milchwirtschaftliche Ausstellung, was abgekürzt in der Tat ein OLMA ergibt. Von 1946 bis 2003 nannte sie sich Schweizer Messe für Land- und Milchwirtschaft und seit 2004 wie oben erwähnt. Durch die OLMA berühmt geworden, ist die sogenannte OLMA-Bratwurst, die bekanntlich ohne Senf zu vertilgen ist.

«Henu, lassen wir die OLMA OLMA sein und gehen wir von St. Gallen nach Appenzell», sagte ich und schritt zur Wandertat. Über Hügel, Bäche und 1000 Weidezäune zog sich die Route durch drei Kantone. Die von den Alpen neulich zurückgekehrten Rinder, Kälber und Kühe machten sich ans Abrupfen ihres Grundnahrungsmittels, auf das sie auch hier ab und zu schissen (eigentlich sonderbar, nicht wahr). Da und dort schaute ein Stier nach dem Rechten oder es meckerte ein Geisslein hinter einem Schober hervor. Am Horizont baute sich das Alpstein-Massiv auf, darüber frohlockten dünne Schleierwölkchen. Angesichts der vielen herausgepützelten, ehemaligen Heimetlis wurde mir bewusst, dass das Appenzellerland längst zu einer Wohlfühl- und Wohnoase für besser Betuchte geworden ist, denn längst ist der zerbeulte Subaru vor dem Haus der schwarzen Limousine aus dem Hause BMW, Audi oder Mercedes gewichen.

Was soll's? Das Hügelwandern im Lande der Mansers, Brülisauers und Dörigs hat seinen Reiz nach wie vor nicht verloren, ja, mir scheint es gar das attraktivere Programm als dieses OLMA-Gedränge, was die Bilder einmal mehr veranschaulichen mögen.

13. Oktober 2017

In der Freiburger Pampa

Mein Gemeindewanderprojektplan sah für den vergangenen Samstag die Begehung der Freiburger Gemeinden Cottens, Torny und Châtonnaye vor. Eine Strecke quer durch welsches Nowhere-Land. Die Abseitigkeit des Landstrichs äusserte sich unter anderem durch das Nicht-Vorhandensein durchgängiger Flur-, Forst- oder sonstiger Wege, will heissen, es ging zeitweise quer durch Feld und Wald. Den ganzen Tag kein einziger Wanderer, Spaziergänger, Hündeler, Reiter, Biker. Wer hier nicht landwirtschaftlich tätig ist, geht vermutlich nicht nach draussen. Einzig die Junioren des FC Cottens bildeten hier eine Ausnahme. Sie bereiteten sich auf ihr kommendes Heimspiel vor. Selbst den Schützen desselben Ortes scheint das Schiessen verleidet zu sein. Der Scheibenstand ist nicht mehr existent und das Schützenhaus zu einer Festhütte umfunktioniert. Nun, mir war's recht, denn mein Weg führte genau durch die ehemalige Schusslinie der Knallfreunde.

Neyruz – Granges: Eine Fussreise von Ost nach West durch freiburgisches Niemandsland.


Auffallend indes auch hier: Alle durchwanderten Dörfer befinden sich im baulichen Expandionsmodus. Der Einfamilienhäuschen-Boom hält unvermindert an, ebenso der in diesem Blog auch schon bedauerte Trend zu trostlosen Steinwüsten rund um das eigene Heim. Immerhin erobert der Biber am Ruisseau de Marnand, einem beeindruckenden Graben östlich von Marnand, neues Territorium, wie gefällte Äste von Haselstauden zeigten. Wie sich mir das alles und noch einiges mehr präsentierte, veranschaulicht die Bildstrecke.

12. Oktober 2017

Die Eiswanderung

Thomas Röthlisberger:
Die Eiswanderung, Cosmos, Muri, 1998
Albert Winter, verwittwet, Architekt im Ruhestand, ist ins Altersheim Sonnegg gezogen; sein Haus mit grossem Garten hat er dem Enkel übergeben. Um nicht wie viele Heimbewohner in Gleichgültigkeit zu versinken, verordnet sich Winter eine «tägliche Turnübung des Geistes». Er erzählt seinem gebrechlichen Wohnungsnachbarn Fritz Dürrenberger die liebevoll ausgeschmückte Geschichte vom Leben und Sterben des alten Finnen Eino Saarinen: Dieser zieht heimlich aus dem Haushalt seiner Tochter weg nach Ostfinnland und richtet sich in einer ehemaligen Wochenendhütte am See ein. Dort lebt er für sich und mit der Natur und ist niemandem Rechenschaft schuldig. Saarinen – der lebt, bis er stirbt.

Winter verstrickt sich immer mehr in die Geschichte, von der er sagt, sie sei «hoffnungslos, aber sie lässt hoffen». Die Geschichte verselbständigt sich und folgt ihren eigenen Gesetzen. Erinnerungen und Bilder überlagern und verschieben sich, Erlebtes und Erfundenes verschmelzen zu einem dichten und wehmütig-schönen Verwirrspiel. (Klappentext)

BE: Stadt Bern FIN: Südostfinnland

11. Oktober 2017

Der zweiteilige Dreiteiler – Teil 3

Irland, Wales, Schottland oder Bretagne? Weit gefehlt! – Claro (Tessin).


Die dritte Etappe führte mich noch einmal den Ticino entlang. Und wiederum dasselbe Ambiente wie am Tag zuvor: urtümlicher Auenwald und mitten hindurch der lauschige Pfad. Wie gestern schon wurde die Szenerie durch hässlich-skurrile Inermezzi unterbrochen. Waren es tags zuvor das Strassen- und Eisenbahn-Wirrwarr bei Biasa und die mitunter unappetitliche Industriezone von Cresciano, erschreckten mich heute das Kieswerk und die Strassenverrenkungen bei Castione. Glücklich machten mich indes die ehemalige Eisenbahnbrücke der Mesocco-Bahn, die Fussgängern und Radfahrern zum Überqueren der Moesa dient, sowie die zwei Pferde, die sich mitten in Bellinzona gegenüber den SBB-Werkstätten auf einer kleinen Weide tummelten. Fuhr ich bei der Herreise über die alte Gotthardstrecke, freute ich mich auf die Rückreise mit dem Eurocity. Es wurde meine erste Fahrt durch den NEAT-Tunnel. Bellinzona–Burgistein in 3½-Stunden. Wahnsinn!

Bilder dieser Etappe gibt es hier zu sehen.