31. Juli 2017

Rampenstrasse


Die kurze Rampenstrasse beim Bahnhof ist mit zwei verschiedenen Schildern angeschrieben, wobei das neuere durch ein Kandalaber leicht verdeckt ist. Das alte ist wohl bei der Neubeschilderung vergessen gegangen.

30. Juli 2017

Rathausplatz

Die Plätze sind in Thun in weisser Schrift auf rotem Hintergrund beschildert. Ich vermute, weil das Thuner Wappen ebenfalls in Rot-Weiss gestaltet ist.

28. Juli 2017

Neulich in 3006


Bern Ostring, gesehen auf einer Wanderung von Wabern via Tierpark Dählhölzli – Ostermundigen – Gümligen nach Rüfenacht. Was nach einer unspektakulären Affiche klingt, ist in der Tat ein Panoptikum skurriler Situationen. Weitere Fotos der Schreitstrecke gibt es hier.

Rebgässli


25. Juli 2017

Regie-Strasse


Eines der wenigen nostalgischen Strassenschilder. Schön! Eine Auffrischung täte ihm bestimmt gut.

23. Juli 2017

Zu Fuss von München nach Prag

Burkard Wittek: Zu Fuss von München
nach Prag, Wiesenburg Verlag, 2008

München und Prag, Bayern und Böhmen, Deutsche und Tschechen. Gibt es im Herzen Europas eine interessantere, historisch bedeutendere Geschichte als diese? Die Geschichte dieses Herzstücks Europas und die des Zusammenlebens zweier so wichtiger Völker begann bereits im Mittelalter, mit dem Aufstieg Prags zur Residenzstadt, dem religiös-politischen Weg eines Jan Hus und dem Fenstersturz katholischer und kaiserlicher Boten; also dem Leben einer Stadt, die beginnend von der gemeinsamen Kultur der Tschechen und Deutschen, der Christen und Juden die wechselvolle Geschichte Europas bis heute in ihren Mauern trägt; und einer Metropole, die mit ihren mutigen Menschen bis in unsere Tage, bis zur Samtenen Revolution von 1989 ganze Weltreiche zerstört und wieder aufgerichtet hat.

Das alte Prag ist und war Schmelztiegel einer grossen kulturellen Vielfalt: mit seinem Leben und seinen vielfältigen künstlerischen Reizen, den mittelalterlichen Gassen, den Häusern und Vierteln aus Gründerzeit und Jugendstil; und der Karlsuniversität als dem ersten europäischen Zentrum von Wissen und Forschung und seiner ganzen, brodelnden Kultur aus Kunst, Literatur und Theater, wo Dichter wie Rilke und Kafka, Werfel und Musil, Meyrink und Reinerova ihre ersten wichtigen Schritte taten. Und nicht zuletzt das  tschechische Bier, die gemütlichen Lokale, die bohemienhaften Absinth-Bars und der Moloch aus Bierdunst und deftigen kulinarischen Genüssen, gleichgültig ob drüben im Prager Hofbräuhaus, dem U Fleku, oder im Gasthaus Zum Kelch (U Kalicha), wo Jaroslav Hasek seine Abenteuer vom braven Soldaten Schwejk einst niederschrieb.


Diese Region ist Inbegriff und Schaufenster der alten und jungen europäischen Kultur, eines europäischen Lebens, das sonst überall längst verloren scheint. München und Bayern, Böhmen und Prag werden in diesem Buch zu einer Beschwörungsformel für ein neues Europa.
(Inhaltsangabe zum Buch)

22. Juli 2017

Mit dem Wanderwagen das Wandern wagen

Schultern und Rücken weitgehend unbelastet: Der Wanderwagen machts möglich. Bei Andwil (SG).

Währenddem sich andere ein E-Bike zulegen, bleibe ich meinen Füssen treu. Eine kleine Ausnahme erlaube ich mir dennoch. Das Tragen von schweren Lasten ist ab sofort passé. Ziehen ist angesagt. Ich wandere mit dem Wanderwagen!

Am vergangenen Samstag war Jungfernfahrt. Ich ging die Strecke von Gossau nach Uzwil und nahm gleichzeitig zwei bislang unbegangene Gemeinden mit. Flotte 21,2 Kilometer durch sanft gewelltes Land. Im Schlepptau das neue Gefährt, bepackt mit geschätzten 22 Kilos. Der Wagen selber wiegt lediglich 4,7 kg und liesse sich im Extremfall mit maximal 32 kg beladen. Dank der 16-Zoll-Räder bewältigt das Gefährt problemlos holperige Passagen mit gröberem Schotter, Wurzeln, Trottoirkanten, Treppen etc. Fürs Gebirge ist der Cart4go indes nicht geschaffen. Gekauft habe ich mir den Wagen, um damit von Basel an die Nordspitze Dänemarks zu gehen. Mir scheint die Strecke wie gemacht für das Wandern mit Anhänger. Bilder von der Premiere gibt es hier.

18. Juli 2017

Selfie mit einer Botschaft


Wenn schon ein Selfie, dann ein anständiges.
Das Model trägt einen Anorak von Norrøna (made in Vietnam :-().
Das Wappen ist ein Direktimport aus Schweden.
Im Übrigen distanziere ich mich von jeglicher Symbolik, mit der
das norwegische Wappen bzw. die norwegische Fahne
bzw. die Wikinger in Verbindung mit der Neonazi-Szene gebracht werden.
Oder anders ausgedrückt: Ich bin Norwegen-Fan ohne jeglichen politischen
oder ideologischen Hintergrund.

16. Juli 2017

Riedeggstrasse


Anlässlich meiner Begehung sämtlicher Strassen, Wege und Pfade der Gemeinde Thun habe ich auch alle Strassenschilder fotografiert. In dieser Serie unter dem Label Thun total präsentiere ich das Resultat. Hinter einigen Strassennamen verbergen sich interessante Geschichten, auf die ich an dieser Stelle gerne näher eingehe.

15. Juli 2017

Fredy von der Roggenegg

Auf der Alpwirtschaft Roggenegg (SZ) kommt das Ziegenfleisch lebend auf den Tisch.

Seit über 45 Jahren bewirtschaftet Fredy Holdener die Alp Roggenegg im Gebiet des Hoch-Ybrig am Fusse des steilen Roggenstocks. Hier lebt der Roggen-Fredy jahrein jahraus und bewirtet von Samstag bis Donnerstag die Passanten. Die Bergbeiz kündigt sich bereits auf der Fuederegg an. Alle paar hundert Meter steht ein Schild und weist auf die Roggenegg hin. Ich fand es zu Beginn noch lustig, dann aber wurde es mir zu penetrant, zumal die Roggenegg auch als Wanderziel ausgeschildert und wirklich problemlos zu finden ist.

Vermutlich ein kleiner Scherz des grusslosen Roggen-Fredy


Ebenfalls penetrant dann die zahlreichen Schilder mit dem Angebot an Getränken und Imbissen. Auf einem der Tische lag eine Ziege und leckte sich. Der Hund schaute kurz vorbei und musterte mich. Auch der Roggen-Fredy war da. Er kam aus dem Käsespeicher und trug einen Laib in die Küche hinüber. Ich grüsste. Fredy grüsste nicht. Ich ging weiter.

Die Alp Roggenegg, im Hintergrund der Roggenstock.

14. Juli 2017

Verkaufe digitale Spiegelreflexkamera von Canon

Weil ich mich auf die Fotografie mit Systemkameras fokussieren möchte, verkaufe ich meine APS-C Spiegelreflexkamera EOS 100D von Canon. Sie gilt nach wie vor als die kleinste und leichteste Spiegelreflex auf dem Markt, ist einfach zu bedienen und eignet sich daher gut für Einsteiger, Umsteiger und ambitionierte Fotografen, die auf Grösse und Gewicht achten möchten. Die Bilder werden mit 18 Megapixeln aufgelöst. Betreffend Funktionalität steht diese Kamera einer «grossen» Spiegelreflex in nichts nach. Besonders beeindruckend sind der helle Sucher sowie der hoch auflösende und als Touch-Screen konzipierte Monitor. Die Menüführung ist, wie bei Canon üblich, überschaubar logisch. Das leichte Standard-Zoom-Objektiv verfügt über einen optischen Bildstabilisator und einen Brennweitenbereich von 28–85 mm (analog Kleinbildformat) bei f 3.5–5.6. Wem das zu wenig ist, dem bietet sich die Möglichkeit, das grandiose Zoom-Objektiv EF-S 15–85 mm (Kleinbild: 24–135 mm), f 3.5–5.6 von Canon hinzuzukaufen.

Kamera 100 D  (inkl. Objektiv, 2. Akku und Gegenlichtblende, ohne Speicherkarte): CHF 300.–, aktueller Neupreis ohne 2. Akku und ohne Gegenlichtblende: CHF 429.–

Objektiv EF-S 15–85 mm: CHF 430.– (inkl. Gegenlichtblende)
aktueller Neupreis ohne Gegenlichtblende: CHF 634.–

Die Ware ist in einwandfreiem Zustand, ist praktisch wie neu und in Originalverpackung. Bei Versand gehen die Portokosten zulasten des Käufers bzw. der Käuferin.

Bei Interesse, bitte E-Mail an info@wanderwerk.ch

13. Juli 2017

Die Laucherenchappelen

Auf einem Sattel zwischen Spirstock und Laucherenstöckli steht sie: die Laucherenchappelen. Schön der Ausblick ins weite Rund des Hoch-Ybrig, hinüber ins Muotathal und zu den Urner und Nidwaldner Voralpen. Ich hatte das auf 1708 Meter über Meer gelegene Gotteshäuschen für mich alleine, so wie ich weite Teile meiner Route von der Ibergeregg nach Unteriberg alleine ging. Es war vermutlich zu heiss. Ich trat kurz ein, fand es ganz gemütlich. Besondere Aufmerksamkeit erregte der gleich doppelt aufgehängte «Alpsegen aus den Bergen», den ich hier gerne wiedergebe.


Der Alpsegen aus den Bergen

Ave, Ave Maria: Es walte Gott und Maria!
Der Name des Herrn sei gebenedeit
von nun an bis in Ewigkeit.

Vieh und Alpen, Leut' und Land,
schütze und segne seine Hand.
Ave Maria, sei gegrüsst,
die du voll der Gnade bist.
Unter den Weibern bist du benedeit
und dein Kind Jesus in Eweigkeit.
Heilige Maria, Mutter Gottes
bitte für uns arme Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Absterbens, Amen.

Ave, Ave Maria! Es walte Gott und Maria!

Sankt Josef, Antoni und Wendelin,
Sankt Philipp, Jakob und Isidor,
Sankt Lukas, Matthäus und Markus
und Sankt Johannes, der Evangelist,
der beim Kreuz des Herrn gestanden ist.

Und die Engel und die Heiligen alle,
sie sollen uns gnädig bewahren
vor Übel, Unglück und Gefahren,
an Leib und Seele, an Hab und Gut,
das liebe Vieh auch halten in treuer Hut,
und was sonst zur Alp gehören tut.

Vor Hagel, Blitz und Wetterstrahl
und vor den bösen Geistern all,
schütz' uns Gott jetzt und allezeit.

Ave, Ave Maria! Das walte Gott und Maria!
Gelobt sei Jesus Christus in alle Ewigkeit, Amen.



12. Juli 2017

Und immer wieder die Mythen



Der Grosse Mythen, ein Bilderbuchberg, der fasziniert. Dieses «Matterhorn für Wanderer» ist in der Tat ein Mysterium, geologisch erklärbar zwar, aber trotzdem ein Wunder. Bin ich in der Zentralschweiz unterwegs, freue ich mich jeweils, wenn sich die Pyramide wieder zeigt. Egal aus welcher Richtung: Der Grosse Mythen ist früher oder später sichtbar. Besonders schön ist seine Südflanke, durch den der spektakuläre Wanderweg führt. Gesehen habe ich sie am letzten Samstag auf dem Weg von der Ibergeregg in den Hoch Ybrig.

11. Juli 2017

Verkaufe meine Fujifilm X30





Weil ich die vor gut einem Jahr gekaufte Kamera Fujifilm X30 nicht mehr benötige, biete ich sie zum Verkauf an. Diese Premium Kamera weist eine hochwertige Verarbeitung und ein ebensolches Zoom-Objektiv mit einem Kleinbildäquivalent von 28–112 mm auf. Die lichtstarke Linse (f2.0–2.8) bildet auf dem 12 MP-Sensor äusserst scharfe Bilder ab. Der elektronische Sucher ist eine Sensation, ebenso das kippbare Display. Diese Kompaktkamera bietet zudem sämtliche Möglichkeiten, die eine Spiegelreflexkamera auch bietet, bloss, dass die X30 viel handlicher ist. Selbstverständlich lässt sich auch im Vollautomatikmodus damit fotografieren. Die Kamera ist wenig gebraucht, fast wie neu und wird mit sämtlichem Zubehör (inkl. 2. Akku) in der Originalverpackung geliefert. Preis CHF 340.–

Die Details auf der Fujifilm-Webite: https://www.fujifilm.eu/de/produkte/digitalkameras/premium-kompaktkameras/model/x30

Interessentinnen und Interessenten melden sich bitte unter: http://www.wanderwerk.ch/kontakt/kontakt.htm




10. Juli 2017

Sandwich fein

Das chemisch aufgelöste Bild eines Antioxidans, vorhanden in meinem Sandwich vom Samstag
Vergangenen Samstag kaufte ich mir nach der Wanderung von der Ibergeregg nach Unteriberg in einem der Coops im Untergrund des Zürcher Hauptbahnhofs ein XXL-Sandwich von Betty Bossi. Unglaublich, was man da für 5.95 alles serviert bekommt:

Silserbrot (Wizenmehl, Wasser, Rapsöl, Natriumhydroxid [E 524], Hefe, Weizengluten, Kochsalz jodiert, Glucose, Gestenmalzmehl, Emulgator [E471], Mehlbehandlungsmittel [E300]), Fleischkäse 14% (Schweinefleisch [Naturafarm Schweiz], Speck [Naturafarm Schweiz], Wasser, Nitritöpkelsalz [Kochsalz, Konservierungsstoff [E250]), Rindfleisch [Naturafarm schweiz], Gewürze, Stabilisator [E450], Glucose, Antioxidationsmittel [E300], Gewürzexktrakte, Kochsalz jodiert), Schweinefleischerzeugnis «Vorderschinken» 9% (Schweinefleisch [Naturafarm Schweiz], Nitritpökelsalz [Kochsalz, Konservierungsstoff [E250]), Stabilisator [E 450], Antioxidationsmittel [E 301], Glucose, Gewürzextrakte), Essiggurken [Gurken, Tafelessig, Zucker, Kochsalz, Weissweinessig, Gewürzextrakt), Salami 5% (Schweinefleisch [Schweiz], Rindfleisch [Schweiz], Schwarten, Kochsalz jodiert, Gewürze Glucose, Glucosesirup, Zucker, Antioxidationsmittel [E 300, E 301], Konservierungsstoff [E 252]), Dreiviertelfessmargarine (Rapsöl, Senf, Wasser, eingesottene Butter, Emulgator [E 471], Maisstärke, Eiprodukt «Scheiben» (Eiklar*, Eigelb*, modifizierte Kartoffelstärke [E 1412], Kochsalz, Antiosidationsmittel [E 330]) *aus Freilandhaltung.

100 g dieses 260 g schweren Teils enthalten zudem ca. 1120 kJ (267 kcal), 12 g Fett, 29 g Kohlenhydrate, 10 g Eiweiss und 1.7 g Salz.

Fazit: Mir hat das Zeug sogar geschmeckt.

8. Juli 2017

Verkaufe meine Fujifilm X100S



Wegen Umstellung auf Systemkameras verkaufe ich meine Fujifilm X100S. Die 16 Megapixel-Kamera setzt betreffend Bedienkonzept und Bildqualität neue Massstäbe. Das lichtstarke Objektiv mit einer maximalen Blendenöffnung von f2 weist eine KB-äquivalente Brennweite von 35 mm auf und ist daher ideal für die Landschafts- und Reportagefotografie. Das Retrodesign macht das edle Stück zu einer zeitlosen Erscheinung in der viel Hightech steckt. Die Kamera ist originalverpackt, mit sämtlichem Zubehör versehen und in absolut einwandfreiem Zustand. Mitgeliefert wird zudem ein 2. Akku. Preis: CHF 540.–

Interessiert? Anfragen bitte per E-Mail an rene.moor[at]wanderwerk.ch

7. Juli 2017

Ein passender Mieter

Lukas Hartmann: Ein passender Mieter,
Diogenes, Zürich, 2016
Als ihr Sohn Sebastian auszieht, bleiben Margret und Gerhard Sandmaier allein zurück. Besonders Margret leidet unter der Leere im Haus. Gerhard hat seinen Beruf als Geschichtsprofessor, aber Margrets Teilzeitjob in der Buchhandlung und die Deutschstunden, die sie Flüchtlingskindern gibt, füllen sie nicht aus. Sebastian, gerade erst flügge geworden, hält schmerzliche Distanz. Die Sandmaiers beschliessen, den Anbau, in dem ihr Sohn gewohnt hat, zu vermieten. Der passende Mieter ist bald gefunden: ein junger Fahrradmechaniker, unauffällig, höflich, wortkarg. Doch als sich die Schlagzeilen über einen Messerstecher häufen, der in der Stadt sein Unwesen treibt, regt sich in Margret ein schlimmer Verdacht … Vater, Mutter, Sohn – was eben noch felsenfest schien, gerät ins Wanken. In Margrets Leben bleibt kein Stein auf dem anderen. (Klappentext)

Hintergrund des sehr einfühlsam geschriebenen Romans bildet die Geschichte von Mischa Ebner, der zahlreiche Straftaten begangen hatte und Anfang August 2002 eine junge Frau mit dem Messer derart schwer verletzte, das sie später verstarb. Der Autor Lukas Hartmann wohnte damals im selben Quartier wie Ebner, was mit ein Grund war, sich jahrelang mit dem Fall auseinanderzusetzen.

Lukas Hartmann ist in dritter Ehe mit der Bundesrätin Simonetta Sommaruga verheiratet. In einem ausführlichen Interview mit der Aargauer Zeitung gibt Hartmann Auskunft über die Umstände, die zum Roman Ein passender Mieter führten und weshalb seine Frau Simonetta seit Juni 2016 nicht mehr im selben Haushalt wohnt.

BE: Stadt Bern (Hauptschauplatz), Münsterplatz Bern, Adelboden GR: Guarda

3. Juli 2017

Solar

Ian McEwan: Solar, Diogenes, Zürich,
2010
Er gehörte zu jener Sorte Männer – nicht wirklich attraktiv, meist kahl, klein, dick und klug –, die auf gewisse schöne Frauen erstaunlich anziehend wirkt. Zugute kam ihm dabei auch, dass manche Frauen ihn für ein Genie hielten, das man retten musste. Im Moment allerdings war Michael Beard nicht in bester Verfassung, lustlos, verzweifelt, nur auf eins fixiert, denn gerade ging seine fünfte Ehe in die Brüche. Michael Beard, 53, ist Nobelpreisträger der Physik. Doch seine besten Zeiten hat er hinter sich. Er lebt von seiner Reputation, gibt seinen Namen für Briefköpfe her, käut seine prämierte Idee in Vorträgen wieder und ergattert Fördergelder für ein politisches Prestigeprojekt: das Institut für Erneuerbare Energien. Wirklich neue Energie aber steckt er nur in den privaten Bereich: Während seiner fünften Ehe hat er es zu elf Affären gebracht. Nun aber rächt sich seine Frau und nimmt sich einen Liebhaber. Genau in dem Moment, als alles ins Wanken gerät, bietet sich ihm die Gelegenheit zu einem Coup. ›Solar‹ führt den Leser von London in die Arktis und bis nach New Mexico. Ian McEwans Roman ist eine ebenso gnadenlose wie vielschichtige Abrechnung mit der Politik, dem Wissenschaftsbetrieb – und einer Sorte Mann. Ein Buch, das den Faktor Mensch auf literarisch neue Art und Weise in die Klimarechnung einführt. (Inhaltsangabe zum Buch)

GB: London, Reading, Cricklewood N: Spitzbergen, Longyearbyen  USA: New Mexico (Lordsburg, Animas, Hachita, Playas, Pyramid Mountains, El Paso)

1. Juli 2017

Är macht nüüt!


Ich habe grundsätzlich nichts gegen Hunde, ganz im Gegenteil, ich finde Hunde faszinierend und mag sie gut. Doch, welcher Wanderer, welche Wanderin kann nicht ein Liedchen davon singen! Was heisst EIN Liedchen! Ein ganzes Repertoire an Hundebegegnungen mit dem stereotypen Einwurf des Hundebesitzers oder der Hundebesitzerin: «Är macht nüüt/sie macht nüüt!» Solche Sätze gehörten ins Zivilgesetzbuch als Straftatbestand und somit in die Bussenordnung. Das klingt wie: «Das hier ist zwar eine geladene Pistole, aber keine Angst, selbst wenn ich auf Sie ziele, ist das nicht gefährlich.» Nein, wieso denn auch, wieso? Solange ich nicht abdrücke oder damit herumfuchtle besteht absolut kein Grund zur Panik.

Weshalb dieses «Är-macht-nüüt!» dennoch bei Strafe verboten gehört, dafür sprechen die Statistiken, denn:

1. Beissen Hunde häufiger als angenommen.
2. Schnappen kleinere Hunde häufiger zu als grosse.
3. Schrecken Hunde selbst vor dem eigenen Herrchen nicht zurück.
4. Ist die Tendenz an Hundebissen eher zu- als abnehmend.


Dennoch gilt es zu relativieren, denn, wie wir wissen, soll man keiner Statistik trauen, die man nicht selber gefälscht hat. Was heisst dies? Die Hundebissstatistiken in der Schweiz variieren in ihren Zahlen sehr stark. Einerseits ist es die veröffentlichende Stelle. Die Suva-Statistik weist bedeutend weniger Vorfälle als z.B. diejenige des BVET, des Bundesamtes für Veterinärwesen auf. Wem also glauben? Hinzu kommt eine vermutlich nicht unerhebliche Dunkelziffer. Nicht jeder Hundebiss wird medizinisch behandelt und ergo den entsprechenden Statistikern gemeldet. Soweit so gut. Statistiken interessieren den von einem Waldi, Fido oder Hasso akut Bedrohten wenig. In solchen Situation sind Strategien und Verhaltensweisen gefragt. Und auch sie variieren erheblich. Nicht jeder Hund tickt gleich. Schreie ich herum, zieht der eine den Schwanz ein und haut ab, wohingegen ein anderer erst recht seine Attacke zu reiten beginnt. Wobei: Viele Hundebisse erfolgen oft ohne Vorgeplänkel. Ehe sich der Mensch versieht, klafft der Gebissabdruck in der Wade. Fiese Hunde greifen ansatzlos an. Kein Bellen, kein Knurren, kein Sträuben der Nackenhaare.


Der Är-macht-nüüt-Hund ist indes jener, der in der Tat bislang noch nie einer Fliege etwas zu Leide getan hat. Aber bekanntlich ist irgendwann das erste Mal. Dumm, wenn es dann genau mich oder dich trifft. Oft ist dann Herrchen oder Frauchen so verblüfft, dass sie sich vorerst einmal um den Missetäter/die Missetäterin (das wären eigentlich sie selbst, aber das ist ein anderes Thema) kümmern, ihn, wenn überhaupt, zusammenstauchen, ehe sie sich, wenn überhaupt dem Opfer widmen. In den Augen des Hundehalters ist das Opfer meist selber schuld. Mir wurde zum Beispiel schon gesagt: «Wissen Sie, sie hat halt einfach Angst vor Männern.» Oder: «Bei Menschen mit Hut wird sie agressiv.» In der Regel folgen keine Fragen nach dem Wohlbefinden der attackierten Person. Selbst eine Entschuldigung scheint den Hundebesitzern vielfach nicht angebracht.


Besonders interessant zu wissen: Ob ein Hund beisst oder nicht, hängt nicht zwingend von der Rasse ab. Die Aargauer Kantonstierärztin Erika Wunderlin bestätigt dies: «Wir haben festgestellt, dass alle Hunden beissen können, ungeachtet der Rasse. Diese Bissvorfälle haben sehr wenig mit Listenhunden zu tun.» Listenhunde sind z.B. Pitbulls oder Rotweiler. Wie doof der Är-macht-nüt-Ausspruch ist, beweist die Tatsache, dass Hunde in nicht wenigen Fällen die eigenen Familienmitglieder beissen. Der Fachmann spricht hier von sogenannten «Protestbissen», wenn der Hund zu einem Verhalten gezwungen wird, das er nicht will. Die Aargauer Kantonstierärztin empfiehlt daher allen Haltern, eine gute Hundeschule und Erziehungskurse zu besuchen, damit man den eigenen Hund gut kennenlernen kann. Denn, das sei doch noch nachgeschoben, das Problem liegt, wir wissen es, nicht beim Tier sondern bei den Är-macht-nüt-Menschen.

Alle Fotos: www.pexels.com