30. November 2017

Mühlemattweg


30. November

1986  Willisau – Napf – Fankhaus • 27,2 km
2013  Heiligenschwendi Dörfli – Schwendibach – Steffisburg • 8,4 km

2013: Weiler Barmettlen bei Schwendibach (BE)
 

29. November 2017

Es lebe das Läufelfingerli!

Mit einem Finger hat das Läuferfingerli so wenig zu tun, wie ein Affe mit einer Giraffe. «Läufelfingerli»: So nennen die Bewohner zwischen Sissach und Olten ihre Bahn durch das Homburgertal. Die einst doppel- und heute einspurige Linie führt durch den Hauenstein-Scheiteltunnel, an dessen Nordseite die Ortschaft Läufelfingen liegt. Sowohl die Baselbieter Regierung als auch das Kantonsparlament wollten die historisch wertvolle Bahnstrecke stillegen und durch einen Busbetrieb ersetzen. Doch die Politiker haben die Rechnung ohne ihr Volk gemacht. Am vergangenen Sonntag kam es zu einer kantonalen Referendumsabstimmung. Hierbei waren 65% der abgegebenen Stimmen für den Erhalt des Läufelfingerlis. In insgesamt 82 von 86 Baselbieter Gemeinden war der Souverän gegen die Umstellung auf Busbetrieb. Die Stimmbeteiligung lag übrigens bei schlappen 28,83 Prozent.

Über das kunstvolle Viadukt von Rümlingen (BL) werden auch in Zukunft S-Bahn-Züge rollen.



Abraham E. Fröhlich:
Die Verschüttung im Hauenstein,
Edition Wanderwerk, 2017
Ich bin über den Entscheid zugunsten der Bahn aus mehreren Gründen sehr erfreut: 1. ist die 1858 eröffnete ehemalige Hauptverbindung von Basel nach Olten von grossem historischen Wert und zählt mit der Gotthard-Bergstrecke zu den bedeutendsten bahntechnischen Kulturgütern der Schweiz. 2. ist das Reisen mit der Bahn 100 Mal angenehmer als mit dem Bus. 3. wird die Strasse nun nicht zusätzlich durch Busse belastet. 4. behält meine 2017 herausgebrachte Erzählung von Abraham Emanuel Fröhlich, «Die Verschüttung im Hauenstein», mit ihren ergänzenden Informationen die volle Gültigkeit. Einzig zu erwähnen, wäre genau jener Volksentscheid, von dem hier die Rede ist. Im besagten Büchlein befindet sich nebst der Erzählung Fröhlichs auch ein geschichtlicher Abriss über Entstehung, Bau und Betrieb der Bahnstrecke, ein Zeitungsbericht aus dem 19. Jahrhundert sowie ein Wandervorschlag von Olten über den Unteren Hauenstein via Läufelfingen nach Sommerau. Es lebe das Läufelfingerli!


29. November

1986  Ins – Murten • 17,5 km
2003  Capanna Monte Bar – Monte Bar – Gazzirola – Bogno • 13,2 km
2008  Hindten – Horben – Signau • 12,2 km • Projekt Schritt für Schritt
2009  Weissenbach – Rossberg – Weissenburg • 13,1 km
2014  Arlesheim – Bad Schauenburg – Liestal • 13,3 km • Projekt Rucksacktage

2003: Auf Schneeschuhtour am Monte Bar (TI). Im Hintergrund der Camoghè (2228 m)

28. November 2017

Mühleplatz


Auf dem Mühleplatz, dem «Müli», trifft sich in der warmen Jahreszeit tout Thun, wenn es in einem der zahlreichen Strassencafés die Zeit und das Wasser der Aare vorbeistreichen lässt. Der «Müli» ist so etwas wie die «Front» am Bärenplatz in Bern: sehen und gesehen werden.

28. November

1990  Täätsch – Twann • 3,7 km
1991  Boltigen – Niederhorn – Meniggrund • 19,7 km
1999  Zwischenflüh – Turnen – Därstetten • 14,1 km
2003  Roveredo – Capanna Monte Bar • 7,0 km
2004  Boltigen – Schafflüe – Oberwil • 11,0 km
2008  Schärligbad – Geisshollenegg – Hindten • 8,5 km • Projekt Schritt für Schritt
2015  Eggiwil – Schangnau – Innereriz Säge • 18,7 km • Bildstrecke

2004: In Oberwil im Simmental (BE)

27. November 2017

Nelkenweg


An alle Rosenliebhaberinnen und -liebhaber: In Thun gibt es ihn auch, den Rosenweg.

27. November

1987  Schwarzenburg – Zimmerwald • 18,3 km
1989  Grindelwald – Meiringen • 24,0 km
1990  Corgémont – Täätsch • 20,0 km

26. November 2017

UmZug als Bergliteratur verankert

Wenn auf einen Buchrezensenten in diesem Land Verlass ist, dann auf den Berner Daniel Anker. Dieser Mann, der in den 1990er-Jahren dem Wanderbuch (und somit dem Wandern) zu einem neuen Image verhalf, präsentiert unter www.bergliteratur.ch seit etlicher Zeit allwöchentlich sein «Buch der Woche». Erscheint in der Edition Wanderwerk eine neue Publikation, verlangt der Journalist und Historiker mit der Zuverlässigkeit einer Neuenburger Pendule nach einem Besprechungsexemplar. Die Früchte Daniel Ankers lesen sich jeweils Wochen später auf besagter Website. Neustes Beispiel: mein «UmZug». Das Raffinierte an Ankers Besprechungen sind die Geschichten, die er um das Werk und dessen Inhalt erzählt. Und genau dies macht seine Rezensionen so lesenswert.

Screenshot aus www.bergliteratur.ch (Ausschnitt)
 

26. November

1988  Broc – Montbovon • 16,3 km
1989  Riffenmatt – Zollhaus • 10,7 km
1997  Interlaken – Zweilütschinen – Grindelwald • 20,7 km
2006  Burgistein – Noflen – Kiesen • 9,3 km
2016  St-Maurice – Choëx – Val d'Illiez • 15,9 km
2017  Steckborn – Raperswilen – Märstetten • 20,6 km • Fotos

2016: Selbstredend

25. November 2017

Neue Gasse


So neu, liebe Stadt Thun, scheint die «Neue Gasse» nun auch wieder nicht zu sein. Welches sind die Gründe, fragt sich der Thun-Bewanderer, die dazu geführt haben mögen, dass hier kein offizielles Strassenschild steht? Mangelndes Geld, Juristenfutter oder strassenschild-resistente Anwohner?

25. November

1984  Zollikofen – Bigenthal • 19,1 km
1986  Les Bois – Les Breuleux • 11,7 km
1995  Riomaggiore – Vernazza (I) • 10,5 km

24. November 2017

Neufeldstrasse


24. November

1985  Pontenet – Montoz – Reuchenette • 13,5 km
1987  Herdern – Andelfingen • 25,2 km
1991  Boltigen – Bäderhorn – Boltigen • 15,6 km
1997  Kiental – Latrejefeld – Aeschiried • 20,4 km
2012  Niederweningen – Kaiserstuhl – Mellikon • 19,9 km • Projekt Aargau rundum

2012: Im Städtchen Kaiserstuhl (AG)

23. November 2017

Neumattstrasse


23. November

1988  Neuenegg – Schwarzenburg • 18,2 km
2008  Bowil – Tanzboden – Oberdiessbach • 13,1 km • Projekt Schritt für Schritt
2013  Lenk – Fermeltal – St. Stephan • 13,5 km • Fotos

2008: Erster Schnee. Bei Hinderrütene in der Nähe von Bowil (BE)

22. November 2017

22. November

1987  Kreuzlingen – Herdern • 27,4 km
2014  Goldingen – Höchhand – Chrüzegg – Tweralpspitz – Goldingen • 20,4 km • Projekt Rund um Zürich

2014: Blick über den Obersee in die Schwyzer Voralpen


21. November 2017

21. November

1991  Le Noirmont – La Ferrière • 12,9 km
2009  Mund – Bättchrizji – Eggerberg • 13,2 km

2009: Das Bättchrizji (VS) auf 2171 m, ein besonderer Ort – egal, ob katholisch, reformiert,
generell religiös, esoterisch, geomantisch oder nichts von all dem.

20. November 2017

20. November

1985  Entlebuch – Napf – Fankhaus • 27,3 km
2000  Waldegg – Alpiglen – Oberberg – Flösch – Beatenberg •13,4 km
2010  Frauenfeld – Kartause Ittingen – Eschenz • 18,1 km • Projekt Hin und weg
2016  Vernayaz – Evionnaz – St-Maurice • 11,8 km

2010: Kartause Ittingen (TG)

19. November 2017

19. November

1989  Gänsbrunnen – Hinterer Weissenstein – Gänsbrunnen • 7,7 km
2005  Passwangstrasse – Hohe Winde – Montsevelier • 13,6 km
2006  Burgistein – Riggisberg • 5,1 km
2011  Rumeling – Bachalp – Steg • 18,2 km • Projekt Ostwärts

2011: Stilleben bei der Kapelle «Zu den spitzen Steinen» oberhalb von Gampel (VS).

18. November 2017

18. November

1987  Airolo – Faido • 18,0 km
1988  Riedbach – Neuenegg • 8,4 km
1991  Les Reussilles – La Combe • 8,9 km
2017  Guntershausen – Littenheid – Bazenheid • 20,3 km • Fotos

2017: Beute der morgendlichen Treibjagd in der Nähe von Littenheid (TG).

17. November 2017

Jakobsweg

Carmen Rohrbach: Jakobsweg, Frederking
& Thaler, München, 1991, neu aufgelegt
im Piper Verlag, München
Seit 1000 Jahren pilgern die Menschen zum Grab des heiligen Jakob im Norden Spaniens. Eine Frau von heute macht sich auf, den Spuren der Pilger von gestern zu folgen. Mit Rucksack und Pilgerausweis wandert sie auf der spanischen Seite des Weges durch Wiesen und Wälder, erlebt die sternklaren Nächte in einsamer Natur und ist oft der Erschöpfung nahe. Doch sie wird reich belohnt durch die freundlichen, hilfsbereiten Menschen und die immer spürbare lebendige Geschichte und Natur. (Klappentext)

17. November

1987  Les Genevez – Bassecourt • 18,1 km
1988  Langenloh – Münsingen • 7,7 km
1991  Grindelwald – First – Grindelwald • 10,7 km
1996  Linden – Pfidertschegg – Innereriz Säge • 7,2 km
2002  Hünibach – Heiligenschwendi – Goldiwil – Hünibach • 15,2 km
2012  Grosshöchstetten – Ballenbühl – Rubigen • 12,0 km

2012: An der Nebelgrenze im Hürnbergwald oberhalb von Konolfingen (BE)

16. November 2017

Niederhornstrasse


16. November

1997  Reutigen – Oberes Heiti – Erlenbach • 13,8 km
2013   Balsthal – Laupersdörfer Stierenberg – Matzendorf • 17,8 km • Projekt Rucksacktage
2014  Warth – Nussbommersee – Kartause Ittingen – Wart • 18,3 km • Projekt Rund um Zürich
2015  Gümmenen – Aarberg – Täuffelen • 24,2 km

2013: Blick von der Holzfluh auf Balsthal (SO)

14. November 2017

Niesenstrasse


14. November

1986  Bern – Thun • 31,0 km
1993  Cabanne la Rochette – Malleray-Bévilard • 5,6 km
2009  Dürrenäsch – Meisterschwanden – Mosen • 16,4 km
2015  Hemberg – Gössigenhöchei – Nesslau-Neu St. Johann • 14,1 km

2015: Römisch-Katholische Pfarrkirche Hemberg (SG)

13. November 2017

UmZug²

Mehr über dieses spezielle
Wanderlesebuch gibt es hier.
Es ging schnell. Brutal schnell. So schnell, dass die erste Auflage im Nu vergriffen war und ich mich gar nicht mehr getraute, das Erscheinen meines neusten Werks in diesem Blog zu erwähnen. Statt dessen machte ich mich an die zweite Auflage des «UmZug», von dem hier die Rede ist. Und noch währenddem der Erlebnisbericht meiner Wanderung entlang der Zuger Kantonsgrenze zum zweiten Mal gedruckt wurde, gingen weitere Bestellungen ein. In der Zwischenzeit sind die Bücher im Verlag eingetroffen, und die Versandabteilung der Edition Wanderwerk hat alle Hände voll zu tun. Sollte die bislang gute Resonanz andauern, steht einer dritten Auflage in absehbarer Zeit nichts mehr im Wege. Einmal mehr zeigt sich, dass Erfolg nicht planbar ist. Als ich mich vor einem Jahr anschickte, das Projekt «UmZug» aufzugleisen, hätte ich nie und nimmer gedacht, dass sich mehr als bloss eine Handvoll Leser für diesen Bericht interessieren dürfte. Nun, mir soll's recht sein und freue mich, ein paar Früchte meiner pedestrischen, journalistischen und publizistischen Anstrengungen ernten zu können. Und nein, nicht das Geld ist der Grund zur Freude – mit dem Verkauf lassen sich die Druckkosten und etwa zur Hälfte die Spesen decken –, sondern die Anerkennung der Öffentlichkeit.

13. November

1984  Forno – Arossa – Lavertezzo • 6,3 km
1989  Waldenburg – Unterbeinwil • 16,6 km
1993  Tavannes – Cabanne la Rochette • 7,8 km
1994  Le Bémont – Combe Tabeillon • 14,4 km
2010  Schwarzenburg – Heitenried – St. Antoni • 11,2 km
2015  Dietfurt – Wasserfluh – Hemberg • 14,2 km

2010: Wanderlesung mit Zwischenhalt auf der Grasburg (BE). Foto: Ch. Mathys

12. November 2017

12. November

1984  Lavertezzo – Forno • 3,3 km
1987  Herzogenbuchsee – Murgenthal • 17,8 km
1990  Zurzach – Eglisau • 20,9 km
1994  Saignelégier – Le Bémont • 4,3 km
1995  Passwanghaus – Langenbruck • 9,3 km
2005  Wasserwendi – Brünigpass • 6,2 km
2011  Moskau – Dörflingen – Schaffhausen • 18,7 km • Projekt Rucksacktage

2011: Fronberg in der Nähe von Gailingen (D)

11. November 2017

11. November

1984  Interlaken – Augstmatthorn – Oberried • 19,4 km
1995  Waldenburg – Passwanghaus • 8,0 km
2001  Märstetten – Fischingen • 27,2 km • Projekt Jakobsweg Schweiz
2015  Niedermuhlern – Niederbütschel – Riggisberg • 13,7 km
2017  Arnegg – Bischofszell – Amriswil • 21,4 km • Fotos

2001: Am Jakobsweg bei Sirnach (TG)

10. November 2017

Nordweg



À propos logisch: In Thun gibt es, wie Figura zeigt, einen Nordweg. Nach einem Ost- oder Südweg sucht man indes vergeblich. Immerhin existiert da eine Weststrasse, jedoch ohne Strassenschild. Das Tiefbauamt der Stadt Thun müsste einmal über ihre Bücher ...

10. November

1985  Ste-Croix – Aiguilles de Baulmes – Baulmes • 14,9 km
1987  Root – Küssnacht am Rigi • 10,0 km
2001  Kreuzlingen – Märstetten • 14,5 km • Projekt Jakobsweg Schweiz
2012  Einsiedeln – Dritte Altmatt – Oberägeri • 12,7 km • Projekt Rucksacktage
2013  Murgenthal – Aarwangen – Herzogenbuchsee • 18,1 km
2015  Fürgangen – Martisberg – Mörel • 15,0 km

2001: Jakobsweg oberhalb von Kreuzlingen (TG), hier Schwabenweg genannt.

9. November 2017

Nünenenstrasse


Die Nünenenstrasse ist eine der zahlreichen Thuner Strassen, die nach einem der umliegenden Berge benannt ist. In diesem Falle handelt es sich um die Nünenenfluh (2102 m) im Gantrischgebiet. Aus logischer Sicht müsste also die Strasse Nünenenfluhstrasse heissen, bloss, was ist in der Stadt Thun logisch, was?

9. November

1985  St-Ursanne – Le Bémont • 27,6 km
1997  Höfen – Spiez • 11,8 km
2003  Schwanden – Blueme – Heiligenschwendi • 5,9 km

2003: Blueme (BE)

8. November 2017

Nussbühlweg


8. November

1985  Bonfol – St-Ursanne • 20,1 km
1987  Kandersteg – Leukerbad • 19,1 km
1990  Schwaderloch – Zurzach • 19,3 km
2003  Hünibach – Blumenstein – Burgistein • 19,6 km
2005  La Lécherette – Monts Chevreuil – Rossinière • 13,0 km
2014  Oensingen – Wolfisberg – Flumenthal • 15,0 km

2005: Alp Le Souplat bei La Lécherette (VD)

7. November 2017

7. November

1986  Moutier – Raimeux – Delémont • 20,9 km
1987  Schwenden – Otterepass – Achseten • 16,9 km
1991  Zweisimmen – Sparenmoos – Zweisimmen • 8,0 km
1999  Goldau – Zugerberg • 15,3 km
2015  Innereriz – Hohgant West – Habkern • 19,3 km • Blog

2015: Karsterosion auf der Alp Innerbärgli (BE)

6. November 2017

6. November

1987  Brienz – Wannenpass – Sörenberg • 17,5 km
2010  Ferden – Blatten • 5,0 km

2010: Lötschental mit Bietschhorn (VS)

5. November 2017

Da waren die Kelten

Steinreihe beim Gehöft Grüt (ZH).

Da waren die Kelten. Sagt man. Da sind Steine. Menhire und Steinreihen. Das sieht man. Feld und Wald und Herbst. Bunte Blätter. Bunter November. Und Aussicht. Die Alpen. Dunst dazwischen. Perfekter Dunst. Sehnsucht nach den Bergen, nach den Kelten, nach der Urzeit, als Sonne, Mond und Sterne den Lauf bestimmten. Ob Liebe ein Thema war, oder bloss der reine Selbsterhaltungstrieb? Essen, Trinken und sich fortpflanzen? Und sonst nichts?

Dieselbe Steinreihe aus anderer Perspektive beim Gehöft Grüt.


Im Knonaueramt, dem Säuliamt, hausten die Kelten. Steine waren wichtig und nützlich. Nicht der Materie wegen. Steine als Kultgegenstände, Steinreihen als Hilfslinien, fernab von Kompass und Satelitennavigation. Und man mag sich fragen, was angesichts der technischen Entwicklung der vergangenen Jahrtausende in den kommenden Jahrtausenden vonstatten geht. Die Erde wird sich indes weiter erwärmen, so, wie sie dies im Laufe ihrer Geschichte bereits mehrmals getan hat. Und ebenso dürfte sie sich wieder abkühlen, dürften Gletscher anwachsen und vordringen. Vordringen in die Voralpen und ins Mittelland. Und zudecken all die Herrlichkeit, der wir uns hier und jetzt erfreuen. Oder uns darüber ärgern.

Der Lochstein beim Gehöft Grüt (ZH) steht ziemlich sicher nicht an seinem Originalstandort.

Der Wackel- oder Gnippstein auf dem Homberg (ZH).


Werden nach der nächsten grossen Eiszeit dereinst die ersten Jäger und Sammler durch das Säuliamt streifen, werden die Megalithen längst verschwunden sein. Dafür liegt haufenweise kantiges, von Eisenstäben zusammengehaltenes Gestein herum. Da waren die Schweizer, sagt man dann.

Dieser Hinkelstein auf dem Homberg steht womöglich nicht mehr an seinem Originalstandort.

Steinreihe im Hombergwald, südöstlich des Weilers Heferswil (ZH).

5. November

1988  Erlenbach – Turnen – Oberwil • 21,6 km
2011  Lohn-Lüterkofen – Hessigkofen – Messen • 16,1 km

2011: Im Bucheggberg (BE/SO)

4. November 2017

4. November

1987  Tavannes – Cortébert • 12,8 km
2006  Kemmeriboden – Hohgant – Innereriz • 18,7 km
2012  Büren an der Aare – Arch • 8,1 km
2017  Affoltern a.A. – Türlersee – Thalwil • 18,4 km • Blog

2012: Blick in die Aare bei Rüti (BE)

1. November 2017

Wo einst Georges Simenon wohnte

Sonntagmorgen. Bleierner Himmel über der Stadt Lausanne. In den Savoyer Alpen regnet es. Weisse Schaumkronen krönen die Genferseewellen. Ich mache mich auf, neun neue Gemeinden im Westen und Nordwesten der Waadtländer Metropole zu erobern: Renens, Chavannes-près-Renens, Ecublens, Echandens, Denges, Lonay, Bremblens, Romanel-sur-Morges und Aclens. In Lausannes Strassen liegt haufenweise Abfall. Kleider, Elektrogeräte, Verpackungen, Lebensmittelresten. Es ist ein Graus.

In Chavannes plagt mich der Hunger. Und genau dort, wo ich es am wenigsten erwartet hätte, steht eine Quartierbäckerei und hat sogar geöffnet. Ich kaufe mir einen Käsekuchen mit Speckwürfel, den man mir in der Mikrowelle auf die perfekte Sofort-Ess-Temperatur wärmt.

Industriezonen folgen sich nun im Zehnminutentakt. Kurz vor Echandens unterquere ich Eisenbahn und Autobahn, ehe ich die Venoge überquere. Sanft ansteigend nähere ich mich dem Château d'Echandens, das über einem gelb leuchtenden Rebberg thront. Mit Erstaunen stelle ich fest, dass der Schlosspark öffentlich zugänglich ist. Das Gebäude macht einen erhabenen Eindruck. An Schönwettertagen muss die Aussicht von den oberen Stockwerken phänomenal sein. Das Schloss wurde im 16. und 17. Jahrhundert auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Burg erbaut. Es zeigt eine Stilmischung aus Spätgotik und Renaissance und ist mit zahlreichen Türmchen, einem polygonalen Treppenturm und einem Renaissanceportal ausgestattet. Das Schloss ist seit 1978 Eigentum der Gemeinde. Nebst der Gemeindeverwaltung befindet sich hier der Sitzungsraum des Gemeinderates. Von 1957–63 bewohnte der belgische Schriftsteller Georges Simenon (1903–89), der es mit seinen Maigret-Romanen zu Weltruhm brachte, die Gemächer des historischen Gebäudes.

Das Schloss der Waadtländer Gemeinde Echandens von Osten.

Einmal mehr führt mich das Gemeindebewanderungsprojekt an einen Ort, den ich vermutlich sonst nie besucht hätte. Dass es sich um den Wohnsitz des Lieblingsautors meiner Jugendzeit handelt, verleiht dieser Wanderung eine spezielle Note. Vergessen sind die vermüllten Strassen Lausannes, vergessen die tristen Industriegebiete und Mietskasernen der letzten Stunde. Beschwingten Schrittes entferne ich mich in Richtung Provinz und durchquere kleine Bauern- und Winzerdörfer, ehe ich an der verlottert wirkenden S-Bahn-Station von Vufflens-la-Ville die Bahn zurück nach Lausanne besteige.

Weitere Bilder dieser mitunter skurrilen Wandertat gibt es auf meiner Fotoseite.

Das Château d'Echandens (VD) ist heute Eigentum der Gemeinde Echandens.