5. November 2017

Da waren die Kelten

Steinreihe beim Gehöft Grüt (ZH).

Da waren die Kelten. Sagt man. Da sind Steine. Menhire und Steinreihen. Das sieht man. Feld und Wald und Herbst. Bunte Blätter. Bunter November. Und Aussicht. Die Alpen. Dunst dazwischen. Perfekter Dunst. Sehnsucht nach den Bergen, nach den Kelten, nach der Urzeit, als Sonne, Mond und Sterne den Lauf bestimmten. Ob Liebe ein Thema war, oder bloss der reine Selbsterhaltungstrieb? Essen, Trinken und sich fortpflanzen? Und sonst nichts?

Dieselbe Steinreihe aus anderer Perspektive beim Gehöft Grüt.


Im Knonaueramt, dem Säuliamt, hausten die Kelten. Steine waren wichtig und nützlich. Nicht der Materie wegen. Steine als Kultgegenstände, Steinreihen als Hilfslinien, fernab von Kompass und Satelitennavigation. Und man mag sich fragen, was angesichts der technischen Entwicklung der vergangenen Jahrtausende in den kommenden Jahrtausenden vonstatten geht. Die Erde wird sich indes weiter erwärmen, so, wie sie dies im Laufe ihrer Geschichte bereits mehrmals getan hat. Und ebenso dürfte sie sich wieder abkühlen, dürften Gletscher anwachsen und vordringen. Vordringen in die Voralpen und ins Mittelland. Und zudecken all die Herrlichkeit, der wir uns hier und jetzt erfreuen. Oder uns darüber ärgern.

Der Lochstein beim Gehöft Grüt (ZH) steht ziemlich sicher nicht an seinem Originalstandort.

Der Wackel- oder Gnippstein auf dem Homberg (ZH).


Werden nach der nächsten grossen Eiszeit dereinst die ersten Jäger und Sammler durch das Säuliamt streifen, werden die Megalithen längst verschwunden sein. Dafür liegt haufenweise kantiges, von Eisenstäben zusammengehaltenes Gestein herum. Da waren die Schweizer, sagt man dann.

Dieser Hinkelstein auf dem Homberg steht womöglich nicht mehr an seinem Originalstandort.

Steinreihe im Hombergwald, südöstlich des Weilers Heferswil (ZH).

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